Symbolbild | KI generiert

Nachrichtenkompetenz in der Schule

Die Schule spielt bei der Vermittlung von Nachrichtenkompetenz eine zentrale Rolle. Und sie ist zu oft nicht gut darauf vorbereitet, wie die Studie „Die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz in der Schule“ des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) zeigt.

Auszug aus der Pressemitteilung:

Fähigkeiten vermitteln, die Orientierung in den zahlreichen Informationsangeboten erlauben

Danach ist für die Mehrheit der befragten Lehrkräfte (55 Prozent) und Lehramtsstudierenden (59 Prozent) die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz in der Schule besonders wichtig. Auffällig ist wie schon in einer Vor-
gänger-Untersuchung aus dem Jahr 2020 der große Unterschied beim Lehrpersonal zwischen den westlichen
und den östlichen Bundesländern (58 Prozent gegenüber 41 Prozent) erkennen.

Mit Abstand am wichtigsten ist es den Lehrkräften und Lehramtsstudierenden dabei, Fähigkeiten zu vermitteln, die eine Orientierung in den zahlreichen Informationsangeboten erlauben. Schüler sollen lernen, „Fake News“ zu erkennen, einzuschätzen, welchen Informationsquellen sie vertrauen können, sowie Nachrichten kritisch zu hin-
terfragen und einzuordnen. 

Kaum Unterscheidung zwischen Nachrichten von Profis oder Laien

Vor diesem Hintergrund hat es für das Lehrpersonal wiederum eine auffällig geringe Priorität, für Unterschiede zwischen von professionell journalistisch und von Laien verfassten Nachrichten. Dies gilt auch für die Agenda oder Interessen von Influencern zu sensibilisieren. Nur knapp die Hälfte hält es für besonders wichtig zu vermit-
teln, wieso es für Bürger wichtig ist, über Aktuelles informiert zu sein. Auch hier zeigen sich große Unterschiede zwischen West (51 Prozent) und Ost (38 Prozent). 

Die Bewertung von KI als Informationsquelle

Ein Verständnis dafür zu vermitteln, was KI kann und wo ihre Grenzen liegen, halten jeweils mehr als zwei Drittel der Lehrkräfte und Studierenden für besonders wichtig. Die Bewertung von KI als Informationsquelle fällt unter den Lehrkräften sehr unterschiedlich aus und ist altersabhängig. Ältere Lehrkräfte zeigen sich dabei eher skepti-
scher, ausgewogener fällt die Einschätzung bei jüngeren Lehrkräften unter 40 Jahren und Lehramtsstudierenden aus. 

Digitale Kanäle werden bevorzugt

Für die Recherche von Informationen zum aktuellen Geschehen nutzen Schülerinnen u Schüler heute in hohem Maß digitale Kanäle. Diese Informationswege werden in wesentlichem Maße durch Algorithmen gesteuert. Die befragten Lehrkräfte sehen die Gefahr, in sogenannten Meinungsblasen zu verbleiben und bestimmte Perspek-
tiven gar nicht erst wahrzunehmen. 89 Prozent halten die Gefahr, dass Schülerinnen und Schüler heutzutage in Meinungsblasen im Internet geraten, für (sehr) groß. Auch Lehramtsstudierende teilen diese Einschätzung.

Auswirkungen auf das demokratische Selbstverständnis

Während im Westen nur 2 Prozent der Lehrkräfte guten Journalismus und Qualitätsmedien für weniger oder gar nicht wichtig für das Funktionieren unserer Demokratie halten, liegt der Anteil im Osten bei 12 Prozent (+ 4 Pro-
zentpunkte gegenüber 2020).  Dabei bewerten im Westen 92 Prozent der Lehrkräfte die Demokratie als Modell, das sich bewährt hat.Im Osten teilt gut jede vierte Lehrkraft diese Position nicht. Auch unter Lehramtsstudenten ist dieser Anteil mit 15 Prozent bemerkenswert hoch.  

Die Skepsis gegenüber den Medien

Gleichzeitig hat die Skepsis gegenüber den Medien seit 2020 zugenommen. 57 Prozent der Lehrkräfte sind der Meinung, dass in Deutschland zunehmend Falschmeldungen verbreitet werden (2020: 49 Prozent). Auch d. Ein-
druck, klassische Medien hätten den Draht zur Bevölkerung verloren, ist angestiegen: 26 Prozent teilen diese Einschätzung (2020: 22 Prozent). Generell haben junge Lehrkräfte unter 40 Jahren und Lehramtsstudierende einen überdurchschnittlich kritischen Blick auf die Medien.

Wer von der Demokratie nicht überzeugt ist, bewertet die Medien häufig schlechter

Die Bewertung des Mediensystems steht laut Studie in engem Zusammenhang mit der Haltung zur Demokratie. Wer von der Demokratie nicht überzeugt ist, bewertet die Medien in Deutschland häufig schlechter. Er zweifelt öfter deren Unabhängigkeit an und kritisiert eher, was von ihnen bzw. wie es thematisiert wird. Trotz der kriti-
scheren Beurteilung des Mediensystems im Vergleich zu vor sechs Jahren fallen die Urteile der Lehrkräfte über die deutschen Medien immer noch deutlich positiver aus als in der Gesamtbevölkerung.

Quelle: Die repräsentative Studie „Die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz in der Schule“
kann auf der Website des BDZV abgerufen werden. Sie wurde von der Stiftervereinigung der Presse beim Institut für Demoskopie Allensbach in Auftrag gegeben. Für die Studie wurden 533 Lehrkräfte verschie-
dener Fachrichtungen befragt. Insgesamt waren dies 123 Lehramtsstudierende sowie 1010 Personen ab 16 Jahre der deutschen Wohnbevölkerung ab 16 Jahre.

>>> zur Pressemeldung:
„Die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz in der Schule – Große Unterschiede zwischen West und Ost“ (extern)
>>> zur Studie:
„Die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz in der Schule – Folgestudie 2026“ (PDF, 56 Seiten | extern)

>>> zur Präsentation der Studienergebnisse

Urheberrechtshinweis
Alle Rechte an der Pressemeldung wie an der Studie liegen aussschließlich bei der Stiftervereinigung
der Presse, BDZV und bei der Stiftung Presse-Haus NRZ.

Ergänzende Artikel und Informationen
>>> Schüler bewerten die Medienbildung in Schulen (alle Artikel intern auf kindheit-heute.info)
>>> Soziale Medien entscheidend für Meinungsbildung junger Menschen
>>> Wenn Medienkompetenz zur Zukunftsaufgabe für Eltern wird
>>> Der junge Bürgerrat Bildung und Lernen fordert „lebensnahe Schulen“
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>>> Welche Kompetenzen brauchen Kinder im Zeitalter von KI?
>>> Forsa-Umfrage: Digitale Unterrichtsmedien fördern laut Lehrer:innen weder kritisches Denken noch Sozialkompetenz

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