Der neue Trendmonitor zeigt, dass Schulen und vor allem die Lehrkräfte mit der Entwicklung mithalten müssen, um Kindern
und Jugendlichen ausreichend Kompetenzen für den Umgang
von KI vermitteln zu können.
Auszug aus der Pressemeldung:
Schulen in Deutschland
Den Schulen in Deutschland stehen immer mehr KI-Anwendungen zur Verfügung. Vor allem das Angebot
aus dem deutschsprachigen Raum ist im vergangenen Jahr stark gewachsen. Trotz dieser positiven Ent-
wicklung sehen Expertinnen und Experten, die für die Untersuchung befragt wurden, die bestehende Do-
minanz US-amerikanischer Technologieanbieter als Herausforderung. Zudem warnen sie vor einem mög-
lichen Kompetenzverlust bei Kindern und Jugendlichen durch deren verstärkte Nutzung von KI.
Eine große Abhängigkeit vom US-Markt
Für den Trendmonitor 2026 hat das mmb Institut zusammen mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) insgesamt 258 KI-Anwendungen recherchiert und systematisiert. Darüber hi-
naus wurden 81 Bildungs- und KI-Fachleute zu ihren aktuellen Einschätzungen und Zukunftsprognosen be-
fragt. Von den untersuchten Anwendungen sind 87 (Vorjahr: 51) Entwicklungen aus dem deutschsprachi-
gen Raum. 104 Anwendungen (Vorjahr: 88) sind Produkte US-amerikanischer Technologieunternehmen.
Damit habe sich der deutschsprachige Markt gut entwickelt, es bestehe aber nach wie vor eine große Ab-
hängigkeit vom US-Markt, urteilt das Autorenteam der Studie.
Fähigkeiten, um Informationen kritisch zu hinterfragen und das Lernen zu planen
Dies bewerten die für den Trendmonitor befragten Fachleute als eine von zwei besonders großen Heraus-
forderungen für das deutsche Bildungssystem, wenn es um den Umgang mit KI geht. Zusätzlich warnen
sie davor, dass der sogenannte Digital Skills Gap, also die ungleiche Verteilung digitaler Kompetenzen,
durch KI weiter zunehmen könnte. Es sei daher wichtig zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche im Um-
gang mit KI wichtige Kompetenzen verlieren (Deskilling) oder gar nicht erst erwerben (Skill Skipping). Den
größten Handlungsbedarf sehen die Expertinnen und Experten darin, Kindern und Jugendlichen die Fähig-
keiten zu vermitteln, die sie brauchen, um etwa Informationen kritisch zu hinterfragen und das eigene Ler-
nen so zu planen, dass KI ihrem Lernen dient.
Lehrkräfte müsen mit der Entwicklung mithalten
„Der neue Trendmonitor zeigt, wie dynamisch sich der Markt für KI in der Bildung entwickelt. Er zeigt aber
auch, dass Schulen und vor allem die Lehrkräfte mit der Entwicklung mithalten müssen, um Kindern und Jugendlichen ausreichend Kompetenzen für den Umgang von KI vermitteln zu können“, sagt Jacob Cham-
mon, Geschäftsführer der Telekom-Stiftung. „KI bietet großes Potenzial für mehr Bildungsgerechtigkeit.
Das sollten wir nutzen und es keinesfalls dazu kommen lassen, dass sich die Schere weiter öffnet.“
China zeigt, wie sich eine schulische KI-Infrastruktur aufbauen lässt
Neben den Entwicklungen auf dem europäischen und dem US-Markt betrachtet der Trendmonitor in die-
sem Jahr auch die Situation in China. Hier gewährt der chinesische Bildungswissenschaftler Professor
Zhi Liu Einblick in den dortigen schulischen Einsatz von KI. Dabei werden überraschende Gemeinsamkei-
ten mit Deutschland sichtbar, aber auch klare Unterschiede in den Herangehensweisen. China zeige, so
ein Fazit des Trendmonitors, wie sich eine schulische KI-Infrastruktur aufbauen lasse, die allen Akteuren
zur Verfügung steht und das Erreichen grundlegender Bildungsziele unterstützt.
Das „Educational Data Mining“
Die größten Entwicklungen in Deutschland erwarten die Fachleute innerhalb der nächsten fünf Jahre bei
KI-Anwendungen für die Schulverwaltung. Insbesondere das sogenannte Educational Data Mining, das datenbasierte Entscheidungen auf Schul- und Systemebene unterstützen kann, werde an Relevanz gewin-
nen. Aktuell findet KI hier noch wenig Verwendung. Von den recherchierten 37 KI-Anwendungen für die Schulverwaltung sind nur 13 speziell auf schulische Zwecke ausgelegt.
Handlungsempfehlungen für alle
Im Trendmonitor formulieren die Autorinnen und Autoren Handlungsempfehlungen für alle, die die schu-
lische Bildung gestalten – in Schule, Politik und Verwaltung wie auch Wissenschaft, Forschung und Ent-
wicklung.
Quelle: Die Deutsche Telekom Stiftung
wurde 2003 gegründet, um den Bildungs-, Forschungs- und Technologiestandort Deutschland zu stärken. Mit einem Kapital von 150 Millionen Euro gehört sie zu den großen deutschen Unternehmensstiftungen.
>>> zur Pressemeldung: „Neuer Trendmonitor KI in der Bildung erschienen“ (externer Inhalt)
>>> zum Trendmonitor KI in der Bildung 2026 (PDF, 36 Seiten | externer Inhalt)
Urheberrechtshinweis
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