Das Konzept der Future Skills beschreibt, welche Kompetenzen Kinder und Jugendliche brauchen, um die Zukunft meistern zu können.
Auszüge aus dem Artikel: „Wie bereiten wir Kinder auf eine unvorhersehbare Arbeitswelt vor?“
Für die kommenden Schulabgänger wird Realität, was sich bereits heute andeutet. Herkömmliche Karrieren,
die in einer Linie von Studium oder Ausbildung über regelmäßige Beförderungen bis zur Rente oder Pension
führen, wird es so kaum noch geben. Berufliche Lebenswege werden radikal anders aussehen. Die Frage ist
nur: wie? Seit der KI-Geist aus der Flasche ist, werden die Prognosen nicht leichter. Nur eins ist sicher: Eine
Arbeitswelt ohne künstliche Intelligenz ist nicht mehr denkbar. Der Soziologie, der Ökonomie und Berufsfor-
schung fallen nun die Aufgabe zu, genauer in die Zukunft zu blicken.
Welche Kompetenzen brauchen KInder und Jugendliche schon heute?
Da Aussagen über konkrete Lerninhalte und benötigte Fachkenntnisse verlässlich kaum noch zu treffen sind, rückt in der Bildungsforschung die Bedeutung überfachlicher Kompetenzen noch stärker in den Mittelpunkt.
Sogenannte Future Skills sollen Schülerinnen und Schüler in d Lage versetzen, handlungsfähig zu werden und zu bleiben. Aus Sicht des Stifterverbands, einem Zusammenschluss von 3.500 Unternehmen, Stiftungen, Wis-
senschaftsorganisationen, zielt das 2021 veröffentlichte „Future-Skills-Framework“ dabei nicht nur darauf ab, Jugendliche auf Arbeitsmarktanforderungen vorzubereiten, sondern eine digitalisierte und immer komplexer werdende Gesellschaft auch aktiv zu beeinflussen. Dazu erfordere es insbesondere digitaler Schlüsselkompe-
tenzen. Etwa den sicheren Umgang mit Software, Wissen zu Datensicherheit sowie transformative Kompeten-
zen: Somit also die Fähigkeit, neue Technologien kritisch zu hinterfragen und sinnvoll einzusetzen.
Welche Future Skills schon heute auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt werden,
hat die Bertelsmann Stiftung anhand einer Auswertung von 47 Millionen Online-Stellenanzeigen untersucht. Da-
bei stellte sie bereits ein Wachstum bei der Nachfrage nach Future Skills fest. Mit einer Zunahme von über 7 % stehen Selbstmanagement-Kompetenzen (z. B. Lernbereitschaft, effizientes Arbeiten, proaktive Herangehens-
weise) und soziale und kommunikative Kompetenzen (z. B. Zusammenarbeit in Teams und Netzwerken) an er-
ster Stelle.
Wenn Schülerinnen und Schüler sich über digitale Endgeräte vernetzen oder die KI nutzen, um bessere Texte zu schreiben, bereiten sie sich also bereits auf den Arbeitsmarkt der Zukunft vor. Eltern und Lehrkräfte, so die Denk
fabrik „Digitale Arbeitsgesellschaft“, sollten d Zukunft daher nicht als Bedrohung, sondern als Chance begreifen.
Und wie können Schulen und Lehrkräfte auf die neue Arbeitswelt vorbereiten?
Und wie reagiert das Bildungssystem? Den Anforderungen des Lebens und Arbeitens im digitalen Zeitalter wür-
den die traditionellen pädagogischen Ansätze nicht mehr gerecht, so der Bildungsexperte Klaus Hurrelmann. In seinem Buch „Produktive Realitätsverarbeitung. Sozialisation in einer Welt voller Unsicherheiten“ entwirft er das
Bild von einer Schule als Qualifikations- und Lernagentur.
Angesichts der Herausforderungen, die eine „Post-Risikogesellschaft“ Schule und Eltern abverlange, plädiert Hurrelmannn für eine Mischung aus fächerübergreifendem Lernen in Projekten und altersgemischten Teams, selbstständiger Freiarbeit, Frontalunterricht und der Einbeziehung außerschulischer Partner. „Auf diese Weise
kann es gelingen, jungen Menschen die Fähigkeit zu vermitteln, komplexe Krisensituationen zu erkennen und
zu verstehen (…) und alternative Handlungsoptionen abzuwägen“, so der Bildungsexperte.
Seine Vorstellung von Schule als einem dynamischen Lernort,
an dem künftig auch Future Skills wie emotionale und soziale Fähigkeiten und Medien- und Gesundheitskompe-
tenzen eine größere Rolle spielen sollten, kann bereits an sich als effektive Berufsvorbereitung betrachtet wer-
den. Schulisches Lernen nähert sich so den Arbeitsweisen der künftigen Berufs- und Lebenswelt an. So können Schülerinnen und Schüler sich täglich die Zukunftskompetenzen aneignen, die für die von Jutta Allmendinger skizzierte „Tätigkeitsgesellschaft“ unabdingbar sind.
Quelle: Das „Deutsche Schulbarometer Schüler 25/26
Das Deutsche Schulbarometer ist eine repräsentative Umfrage an Schulen in Deutschland. Das Deutsche Schulbarometer ermöglicht es, frühzeitig Entwicklungen zu beschreiben, indem Beobachtungen und Ein-
schätzungen von Personen erfasst und untersucht werden, die Schulen täglich mitgestalten und erleben. Im Deutschen Schulbarometer Schüler befragen wir Kinder, Jugendliche und ihre Erziehungsberechtigte zum psychischen und schulischen Wohlbefinden von Schülern.
>>> zum umfangreichen Artikel:
„Wie bereiten wir Kinder auf eine unvorhersehbare Arbeitswelt vor?“ (externer Inhalt)
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Ergänzende Artikel und Informationen (alle Artikel intern auf kindheit-heute.info!)
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