Bundesärztepräsident Klaus Reinhardt fordert höhere Abgaben
auf Zucker, verbindlichen Gesundheitsunterricht und handyfreie Schulen.
Auszug aus der Pressemitteilung vom 31.12.2025:
„Schon jetzt ist absehbar, dass durch Bewegungsmangel u ungesunde Ernährung bei Kindern und Jugend-
lichen eine riesige Welle von Diabetikern auf uns zurollt”, betonte er in einem Interview mit dem Redaktions-
Netzwerk Deutschland (31.12.2025). Es sei eine Frage der Verantwortung, dass die Politik auf Missstände reagiere.
Nach dem aktuellen Public Health Index [s. u.] liege Deutschland bei der Umsetzung wissenschaftlich em-
pfohlener Präventionsmaßnahmen auf dem vorletzten Platz der untersuchten Staaten in Europa. „Zu den Empfehlungen gehören höhere Steuern auf Zucker, Tabak und Alkohol, weil das den Konsum senkt“, erklär-
te Reinhardt. Empfohlen werde auch ein verbindlicher Gesundheitsunterricht an den Schulen, der mit den Mehreinnahmen finanziert werden könnte.
Reinhardt sprach sich zudem dafür aus, die Handy-Nutzung in den Schulen zu verbieten:
„Die Schule muss ein handyfreier Raum werden, weil sie ein geschützter Ort für Lernen, persönli-
che Entwicklung und soziale Begegnung sein sollte – ohne permanente digitale Ablenkung durch
TikTok, WhatsApp und Co.“ | Bundesärztepräsident Klaus Reinhardt
Ein generelles Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige wie etwa in Australien lehne der BÄK-Präsident hin-
gegen als zu weitgehend ab. Es habe schließlich auch positive Effekte, wenn sich junge Menschen in sozia-
len Netzwerken zusammenfänden und verabredeten. „Außerdem sollen Kinder und Jugendliche Kompeten-
zen entwickeln, vernünftig mit digitalen Medien umzugehen”, sagte Reinhardt.
Quelle: Die Bundesärztekammer
ist die Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung. Sie vertritt die berufspolitischen Interessen der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.
>>> zur Pressemitteilung:
„Reinhardt: Höhere Zuckersteuer und verpflichtenden Gesundheitsunterricht endlich einführen“
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Ergänzende Informationen (alle Inhalte extern)
Der Public Health Index (PHI)
Tabak, Alkohol, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel: Der Public Health Index (PHI) zeigt erstmals, wie europäische Länder gegen die größten Risikofaktoren vorgehen. Die Ergebnisse zeigen, wo Deutschland im europäischen Vergleich bei Gesundheitsschutz steht und wo es besser werden kann.
Die Inhalte des Public Health Index im Überblick
Deutschlands Präventionspolitik hinkt im europäischen Vergleich hinterher
Deutschland bleibt in der Tabakpolitik weit zurück
Alkoholpolitik zählt in Deutschland zu den größten Schwachstellen
Bei Ernährungspolitik ist die Bundesrepublik kaum vorangekommen
Bei der Bewegungsförderung zeigt Deutschland ein gemischtes Bild
Ergänzende Artikel und Informationen (alle Artikel intern auf kindheit-heute.info)
Ungesunde Ernährung bei Kindern
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Handyfreie Schule
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