4 Stunden tägliche Bildschirmzeit am Smartphone - 95 Ptzent der Jugendlichen besitzen ein Smartphone
95 % der Jugendlichen besitzen ein Smartphone - © Ideogram

4 Stunden tägliche Bildschirmzeit am Smartphone

Die repräsentative JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) untersucht die Mediennutzung von Jugendlichen im Alter von
12 bis 19 Jahren.

Auszüge aus dem Artikel: „JIM-Studie 2025“ vom 14, November 2025:

Knapp vier Stunden tägliche Bildschirmzeit am Smartphone

Fast alle Jugendlichen (95 %) besitzen laut den Ergebnissen der aktuellen JIM-Studie 2025 ein eigenes Smartphone. Somit stellt dieses das mit Abstand am weitesten verbreitetste Endgerät für die Nutzung
des Internets bzw. onlinebasierter Anwendungen dar. Bei den meisten Geräten wird die Nutzung auto-
matisch als Bildschirmzeit erfasst und kann direkt über das Gerät ausgelesen werden.

12- bis 13-Jährige kommen auf 166 Minuten Bildschirmzeit täglich, volljährige Jugend-
liche auf 278 Minuten Bildschirmzeit

Über alle einbezogenen Befragten hinweg liegt die tägliche Bildschirmzeit am Smartphone bei 231 Minu-
ten, also knapp vier Stunden. Deutliche Unterschiede zeigen sich im hierbei im Altersverlauf. 12- bis 13-
Jährige kommen auf 166 Minuten täglich, volljährige Jugendliche auf 278 Minuten und damit auf über viereinhalb Stunden.

WhatsApp bleibt wichtigste App, gefolgt von Instagram und Snapchat

In der Rangliste der wichtigsten Apps der 12- bis 19-Jährigen steht WhatsApp unverändert mit großem
Abstand auf Platz eins. 84 % zählen den Dienst zu ihren Top drei (ohne Antwortvorgabe). Dahinter folgt Instagram, das von einem Drittel der Jugendlichen genannt wird. Snapchat (+4 PP) liegt mit 24 Prozent erstmals seit 2017 wieder auf Rang drei, knapp vor TikTok (23 %). YouTube verliert dagegen um sechs Prozentpunkte: nur noch ein Fünftel zählt das Angebot zu den wichtigsten Apps.

Geschlechterspezifische Nutzungspräferenzen

WhatsApp, die beliebteste und meistgenutzte App der Jugendlichen, bietet eine Reihe verschiedener Anwendungsmöglichkeiten – dabei zeigen sich geschlechterspezifische Nutzungspräferenzen. So steht
die regelmäßige Nutzung von Sprachnachrichten bei Mädchen höher im Kurs (78 %, Jungen: 50 %). Auch
die Verwendung von Emojis, Stickern und animierten Grafiken (GIFs) ist bei ihnen weiter verbreitet (84 %, Jungen: 70 %). Jungen hingegen haben bei d Nutzung von WhatsApp-Kanälen einen leichten Vorsprung
(25 %, Mädchen: 23 %). 

Überdruss digitaler Kommunikation

Im Alltag der meisten Jugendlichen ist das Smartphone ständiger Begleiter – vom Aufstehen am Morgen
bis zum Einschlafen a Abend. Wie Jugendliche diese ständige digitale Verfügbarkeit bewerten, wird in der
JIM-Studie über Aussagen zum Thema „Überdruss digitaler Kommunikation“ erfasst. 

Eine Diskrepanz zwischen Einsicht und Verhalten

Die Mehrheit der Zwölf- bis 19-Jährigen stimmt der Aussage voll oder weitgehend zu, dass sie häufig mehr
Zeit am Handy verbringen, als ursprünglich geplant. 67 % geben an, dass sie es genießen, auch einmal off-
line zu sein und Zeit ohne Smartphone und Internet z verbringen. Dieser Anteil ist im Vergleich zu 2024 um
acht Prozentpunkte gestiegen. Gleichzeitig zeigt sich hier eine Diskrepanz zwischen Einsicht und Verhalten.
Nur 36 Prozent berichten, ihr Handy regelmäßig auszuschalten, um bewusst Zeit für sich zu haben.

Nachrichten-Influencer*innen sind bei Jugendlichen etabliert

Zusätzlich wurden d Jugendlichen danach gefragt, ob sie auch Influencer*innen folgen, die sich – in Abgren-
zung zu den oftmals sehr populären Influencer*innen aus den Bereichen Beauty, Gaming oder Comedy – häu-
fig mit dem aktuellen Tagesgeschehen beschäftigen. Dies bejahen insgesamt 37 Prozent, etwas mehr Mäd-
chen (39 %, Jungen: 34 %) und mit dem Alter der Jugendlichen verdoppelt sich dieser Anteil beinahe von 25 Prozent bei den Zwölf bis 15-Jährigen auf 48 Prozent bei den 16- bis 19-Jährigen. Auch folgen Jugendliche
mit höherem Bildungshintergrund zu einem höheren Anteil Influencer*innen, die über das aktuelle Tagesge-
schehen berichten (40 %, Haupt-/Realschule: 30 %).

Google bleibt Nr. 1-Recherche-Tool, ChatGPT bereits auf Platz 2 – vor YouTube/ Websites

Von acht vorgegebenen digitalen Möglichkeiten haben Suchmaschinen wie Google nach wie vor d größten Stellenwert im Alltag Jugendlicher; mehr als zwei Drittel nutzen diese regelmäßig. Hierbei greifen sie mit ho-
her Wahrscheinlichkeit auch auf die seit diesem Jahr verfügbare Option der automatisch erzeugten KI-gene-rierten Zusammenfassungen zurück.

Vier von zehn Jugendlichen nutzen ChatGPT regelmäßig

Bereits auf dem zweiten Platz nach Google findet sich mit ChatGPT ein reiner KI-Dienst, mit dem man men-schenähnliche Gespräche führen und damit auch gezielte Fragen stellen kann, was vier von zehn Jugendli-
chen regelmäßig tun. YouTube und Websites folgen mit 31 % bzw. 30 % gleichauf im Ranking der Recherche-Tools, ein Viertel der Jugendlichen setzt bei für sie relevanten Fragen auf Social Media und sucht bei TikTok
und Instagram nach Antworten. Die Online-Enzyklopädie Wikipedia liegt im Vergleich relativ weit abgeschla-
gen auf dem vorletzten Platz und ist nur noch für ein Fünftel eine regelmäßige Anlaufstelle.

ChatGPT ist der Platzhirsch unter den KI-Tools

Das Thema Künstliche Intelligenz ist inzwischen i Alltag von Jugendlichen angekommen. So stellt sich nicht mehr die Frage, ob Jugendliche KI einsetzen, sondern wie häufig, in welcher Form und wofür. Entsprechend wurden in der diesjährigen Studie neben ChatGPT auch die Nutzung anderer verbreiteter KI-Angebote erhoben. ChatGPT ist die mit Abstand wichtigste Anwendung unter den Zwölf- bis 19-Jährigen. 84 Prozent haben das Tool bereits verwendet – im Jahr 2024 waren es noch 57 Prozent, 2023 gaben lediglich 38 Prozent an, Chat GPT bereits ausprobiert zu haben. Inzwischen arbeitet die Hälfte der Jugendlichen mindestens mehrmals pro Woche mit ChatGPT. Mit deutlichem Abstand folgen die KI-Tools Google Gemini und Meta AI auf den Plätzen zwei und drei.

Lernen und Informationssuche sind Hauptgründe für KI-Nutzung

Insgesamt berichten 91 Prozent der Befragten, generell mindestens eine KI-Anwendung einzusetzen (2024:
62 %). Dahinter stehen unterschiedliche Motive – die Ergebnisse der aktuellen Studie zeigen jedoch zwei dominierende Einsatzfelder. Wie schon im Vorjahr nennt eine Mehrheit von 74 Prozent Hausaufgaben und Lernen als Anlass für die Nutzung von KI (2024: 65 %). Knapp dahinter folgt die Informationssuche mit 70 Prozent (2024: 43 %) – ein deutlicher Bedeutungszuwachs um 27 Prozentpunkte. Ebenfalls verbreitet ist KI,
um „herauszufinden, wie etwas geht“: 54 Prozent lassen sich hierbei von einer KI helfen (+19 PP).

Insgesamt wird KI inzwischen weniger zum Ausprobieren und Spaß haben herangezogen, sondern hat sich mehr zu einem Alltagswerkzeug entwickelt, das vor allem im schulischen Kontext an Gewicht gewinnt.

Quelle; Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Medien)
Für die JIM-Studie 2025 wurden vom 2. Juni 2025 bis zum 12. Juli 2025 1.200 Jugendliche im Alter von
12 bis 19 Jahren in ganz Deutschland befragt. Die Erhebung wurde mittels eines Mixed Mode Ansatzes durchgeführt. Sie erfolgte parallel als Kombination von Telefon- und Online-Interviews (Mixed Mode CATI – CAWI im Verhältnis von 50 % CATI und 50 % CAWI). Die Feldarbeit und Datenaufbereitung erfolgte durch die GIM Gesellschaft für Innovative Marktforschung in Wiesbaden.

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Medien) wird v Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs), einer Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), der Medienanstalt Rheinland-Pfalz und des Südwestrundfunks (SWR), seit 1998 jährlich durchgeführt. Die re-
präsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Alle Ausgaben der JIM-Studie von 1998 bis 2024 sind als PDF auf www.mpfs.de abrufbar.

>>> zum vollständigen Artikel: „JIM-Studie 2025“ (externer Inhalt)
>>> zur JIM Studie 2025 (PDF, 80 Seiten, extern)

Urheberrechtshinweis
Alle Rechte an dem Artikel als auch an dessen Auszügen liegen ausschließlich bei dem Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs).

Ergänzende Artikel und Informationen (alle Artikel intern auf kindheit-heute.info)
>>> KINDER MEDIEN MONITOR 2023
>>> miniKIM-Studie 2023 über die Mediennutzung von Kleinkindern
>>> Was Kinder über die elterliche Medienerziehung denken
>>> DAK-Studie zu Mediensucht
>>> Die Hälfte der Jugendlichen will soziale Medien weniger nutzen
>>> zum Medienumgang 6- bis 13-Jähriger
>>> Schüler bewerten die Medienbildung in Schulen

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