Foto: Antoni Shkraba/pexels

„Social Media gehört nicht in die Hände von Kindern und jungen Heranwachsenden!“

Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen hat ein internationales Forschungsteam Empfehlungen zur Social Media-Nutzung formu-
liert.

Auszug aus der Meldung:
Die übermäßige Nutzung Sozialer Medien kann krank machen und das Wohlbefinden verschlechtern. Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen hat ein internationales Forschungsteam unter der Koordination des
Ulmer Psychologen Professor Christian Montag Empfehlungen zur Social Media-Nutzung formuliert, die in einem Konsenspapier der Fachzeitschrift Addictive Behaviors veröffentlicht wurden. Die Forschenden raten
zu einem Verzicht der Handynutzung während des gesamten Schultages. Außerdem fordert Montag die Fi-
nanzierung weiterer Forschung zum Thema Problematic Social Media Use (PSMU), finanziert aus EU-Straf-
geldern von Digitalkonzernen, die gegen den EU Digital Services Act verstoßen.

„Social Media gehört nicht in die Hände von Kindern und jungen Heranwachsenden! Kein eigener Account vor dem 13. Lebensjahr!“

Dies empfiehlt ein internationales Team von Forschenden aus den Sozialwissenschaften, der Psychologie
und der Psychiatrie in einem sogenannten Konsenspapier eines Fachjournals für Suchterkrankungen.

Die Eltern sollten mit ihren Kindern detaillierte Regelungen für die Nutzung von Socia Media Apps wie You-
tube, TikTok, Snapchat, Instagram und Co. festlegen, und das bereits vor dem ersten Gebrauch. Außerdem
müssten Väter und Mütter hier Vorbild sein und mit gutem Beispiel voran gehen.

In dem „Addictive Behaviors“-Beitrag spricht sich das Forschungsteam außerdem
für verbindliche Regelungen in der Schule aus.

Die Lehrkräfte sollten in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen – am besten un-
ter Beteiligung der Schülerinnen und Schüler – verbindliche Richtlinien für die Nutzung von Smartphones in
der schulischen Umgebung aufstellen, die dann sowohl für die Schüler- als auch die Lehrerschaft gelten. Am
besten wäre es nach Ansicht der Verfasserinnen u Verfasser des Konsenspapiers, wenn Kinder und Jugend-
liche während des gesamten Schultages auf die Nutzung des Smartphones verzichten würden.

Manche Kinder und Jugendliche sind besonders anfällig

Warum können die einen das Smartphone nicht mehr aus der Hand legen und andere brauchen weder TikTok
noch Youtube? „Nicht alle jungen Menschen sind gleichermaßen anfällig f eine problematische Social Media-Nutzung. Besonders hoch ist das Risiko bei jungen Heranwachsenden. Mädchen sind möglicherweise anfälli-
ger als Jungen“, erläutert Prof. Montag, aber es gibt auch aktuelle Zahlen, die zeigen, dass sich die Geschlech-terverhältnisse angleichen. Überdurchschnittlich stark betroffen sind Jugendliche, die emotional labil sind, die
wenig Selbstbewusstsein und Selbstkontrolle haben und dafür psychosoziale Probleme. Doch situative und kontextuelle Faktoren spielen ebenso hinein: Gibt es klare Regeln und verbindliche Richtlinie für den Umgang
mit Social Media von Seiten des Elternhauses und von Seiten der Schule?

>>> zur Meldung: „Wenn das Handy Stress, Angst und Kummer bereitet – Empfehlungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Social Media“ (externer Inhalt)
>>> zur Studie: „Problematic social media use in childhood and adolescence“; in: Addictive Behaviors, Volume 153, June 2024, 107980 (extern)

Urheberrechtshinweis
Alle Rechte an der Meldung als auch an deren Auszug (s.o.) liegen ausschließlich beim dem Autorenteam: Christian Montag, Zsolt Demetrovics, Jon D. Elhai, Don Grant, Ina Koning, Hans-Jürgen Rumpf, Marcanto-
nio M. Spada, Melina Throuvala, Regina van den Eijnden sowie bei der Uni-ulm.de.

Ergänzende Artikel und Informtionen (alle Inhalte intern auf kindheit-heute.info)
Artikel zu den Themen:
>>> Mediennutzung Kinder
>>> Soziale Medien
>>> Mediensucht
>>> TikTok

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