Wie die Haltung von Lehrkräften und Eltern die Motivation, das Lernverhalten und das Selbstvertrauen von Schülern beeinflusst.
Auszug aus dem Artikel:
Was wäre, wenn Erfolg nicht vom Talent, sondern von der Einstellung abhängt?
Die Psychologin Carol Dweck gilt als Vorreiterin der Mindset-Forschung. Ihre zentrale Botschaft ist einfach und kraftvoll: Die Überzeugung in die eigene Lern- und Entwicklungsfähigkeit ist essenziell für persönliches Wachs-
tum und langfristigen Erfolg. Entscheidend ist also weniger, was wir schon können, sondern wie wir über Ler-
nen, Herausforderungen und Rückschläge denken.
Growth Mindset: Lernen als Chance
Das Growth Mindset basiert auf der Überzeugung, dass Fähigkeiten nicht festgelegt sind, sondern sich durch Anstrengung, Übung und Ausdauer entwickeln lassen.
- Das kleine Wort „yet“ („noch nicht“) verdeutlicht diese Haltung: Schwierigkeiten sind keine Sackgassen, son-
dern Etappen auf der Lernkurve. - Fehler werden nicht als Scheitern, sondern als wertvolle Lernchancen verstanden.
- Herausforderungen werden aktiv gesucht und als Möglichkeit gesehen, Neues zu lernen.
- (Auch kleine) Erfolge werden bewusst wahrgenommen und gefeiert.
Ein lernorientiertes Mindset
ist keine angeborene Eigenschaft, sondern kann trainiert werden und sich entwickeln. Durch bewusste Übung und Reflexion lassen sich Denk- und Handlungsmuster nachhaltig verändern. Neurowissenschaftlich lässt sich dieses Denken belegen: Jede bewältigte Schwierigkeit und jede vertiefte Auseinandersetzung mit Fehlern stär-
ken neuronale Verbindungen im Gehirn. Lernen macht uns damit buchstäblich „klüger“.
Fixed Mindset: Blockaden im Kopf
Das Fixed Mindset hingegen geht davon aus, dass Begabung und Intelligenz angeboren u unveränderbar sind. Diese Überzeugung führt häufig zu Demotivation und Selbstblockade:
- Das Wort „failed“ („gescheitert“) steht im Mittelpunkt.
- Schwierigkeiten werden gemieden, Fehler verleugnet oder verdrängt.
- Betroffene vergleichen sich mit schwächeren Personen, um das eigene Selbstwertgefühl zu stabilisieren.
- Es besteht ein starker Bedarf nach ständiger Belohnung, um das Gefühl von Kompetenz aufrechtzuerhalten. Ein Teufelskreis entwickelt sich.
- Wer scheitert, empfindet dies als persönliche Niederlage und neigt dazu aufzugeben.
Beispielsweise in der Kindererziehung zeigt sich dieses Muster: Häufig liegt der Fokus ausschließlich auf guten Noten anstatt auf Lernfortschritt und persönlicher Anstrengung bzw. Hingabe. So wird der Glaube an die eigene Entwicklung blockiert.

Erfolg beginnt im Kopf
Ob wir uns weiterentwickeln oder stagnieren, hängt entscheidend davon ab, wie wir über Lernen, Leistung und Fehler denken. Während ein Fixed Mindset uns in starren Bahnen hält, öffnet ein Growth Mindset die Tür zu per-
sönlichem Wachstum, Resilienz und langfristigem Erfolg.
Für Schule, Studium und Alltag bedeutet das
Schwierigkeiten sind Chancen, klüger zu werden. Fehler sind ein Teil des Lernens, nicht dessen Ende. Erfolg ist ein Prozess, der durch Anstrengung, Durchhaltevermögen und Offenheit für Neues entsteht.
Das Fazit von Carol Dweck ist eindeutig:
Erfolg beginnt im Kopf und er lässt sich trainieren.
Quelle: Die Universität Stuttgart
ist eine vom Bundesland Baden-Württemberg getragene Universität in Stuttgart. Sie pflegt ein interdis-
ziplinär orientiertes Profil mit Schwerpunkt in den Ingenieur-, Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften.
Dieser „Stuttgarter Weg“ prägt als Leitgedanke der vernetzten Disziplinen das besondere Profil der Uni-
versität Stuttgart und ist zu einem ihrer Markenzeichen geworden. Sie gliedert sich in zehn Fakultäten
und 150 Institute.
>>> zum Artikel: „Beginnt Erfolg wirklich im Kopf?“ (externer Inhalt)
Urheberrechtshinweis
Alle Rechte an diesem Artikel liegen ausschließlich bei der Autorin Svenja Schoser als auch bei der Universität Stuttgart,
Ergänzende Artikel und Informationen (alle Inhalte extern)
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>>> „Ich kann das NOCH nicht“
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