Welche Schulfächer lieben Schüler?– Welche fallen durch? - Ein Wetrennen der Schulfächer
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Welche Schulfächer lieben Schüler? Und welche Fächer fallen durch?

Sport, Kunst und Englisch liegen vorn. Chemie und Physik bilden das Schlusslicht

Auszüge aus der Presemeldung:

Neue Studie der Universität Osnabrück mit mehr als 5.600 Befragten

Für die Fachbeliebtheitsstudie befragten Forschende der Universität Osnabrück 5.623 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 13 an 19 weiterführenden Schulen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Baden-Württemberg. Die Kinder und Jugendlichen bewerteten 17 Schulfächer nach dem Schulnotenprinzip von 1 („sehr gut“) bis 6 („ungenügend“). Zusätzlich wurden unter anderem Jahrgangsstufe, Geschlecht, Schultyp, Bundesland, Bildungsabschluss der Eltern und Migrationsstatus berücksichtigt.

Sport, Kunst und Englisch liegen vorn. Chemie und Physik bilden das Schlusslicht

Das Gesamtranking fällt eindeutig aus: Nach Berücksichtigung der Fächerwahl in der Oberstufe erhält Sport mit der Durchschnittsnote 1,93 die beste Bewertung, gefolgt von Kunst mit 2,19 und Englisch mit 2,45. Am anderen Ende der Rangliste stehen Chemie mit 3,01 und Physik mit 3,06. Auch als Fächergruppe schneiden die MINT-Fä-
cher schlechter ab als Sprachen, Gesellschaftswissenschaften sowie Sport, Musik und Kunst.

Fast alle Fächer verlieren während der Sekundarstufe I an Beliebtheit

Besonders stark trifft dies Chemie, Physik und die zweite Fremdsprache. Im MINT-Bereich verschlechtert sich die durchschnittliche Bewertung zwischen Jahrgang 5 und 10 von 2,66 auf 3,00. Physik fällt im selben Zeitraum von 2,72 auf 3,37, Chemie von 2,67 auf 3,20. „Man könnte auch sagen: Sobald es in Chemie und Physik abstrak-
ter wird, sobald gerechnet werden muss, sinken die Werte“, sagt Dr. Lars Otte. Zudem bauen diese Fächer, ähn-
lich wie die zweite Fremdsprache, stark aufeinander auf. Schülerinnen und Schüler, die es mal ein paar Monate mit dem Lernen nicht so genau genommen haben, laufen Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Bei Biologie gibt es hingegen so unterschiedliche Themengebiete, dass ein „Neueinstieg“ leichter möglich ist. 

Die Analysen zeigen außerdem:

Schüler bewerten die Fächer Informatik, Physik, Mathematik und Sport positiver, während Schülerinnen Kunst, Deutsch, Pädagogik und die zweite Fremdsprache bevorzugen. Auch d Bildungsherkunft spielt eine Rolle: Schü-
lerinnen und Schüler aus formal höher gebildeten Elternhäusern bewerten die Schulfächer generell positiver. Im gemeinsamen statistischen Modell ist der Bildungsabschluss d Eltern nach dem konkreten Fach und der Jahr-
gangsstufe der drittstärkste feste Erklärungsfaktor. Der Migrationsstatus besitzt dagegen unter Berücksichti-
gung der übrigen Merkmale keinen eigenständigen allgemeinen Effekt auf die Fachbeliebtheit.

Mathematik gehört zugleich zu den beliebtesten und unbeliebtesten Fächern

Für eine Überraschung sorgten schließlich die direkten Fragen nach den beliebtesten u unbeliebtesten Fächern. Sport wurde mit 24,7 Prozent der Nennungen mit großem Abstand am häufigsten als Lieblingsfach genannt. Ma
thematik dagegen polarisiert: 9,3 Prozent der Nennungen entfielen auf Mathematik als Lieblingsfach – gleich-
zeitig wurde es mit 20,0 Prozent mit Abstand am häufigsten als am wenigsten gemochtes Fach genannt. Auch Englisch und Deutsch finden sich vergleichsweise häufig auf beiden Seiten.

Die Rangliste als Qualitätsurteil

Die Forschenden warnen deshalb davor, d Rangliste als Qualitätsurteil über einzelne Schulfächer zu verstehen. Fachbeliebtheit entstehe vielmehr im Zusammenspiel von fachlichen Anforderungen, individuellen Vorausset-
zungen und konkreten Unterrichtserfahrungen. Die Studie sei nicht bundesweit repräsentativ, liefere mit ihrer
großen, bundesländerübergreifenden Stichprobe jedoch eine aktuelle und differenzierte Bestandsaufnahme der Fachpräferenzen von Schülerinnen und Schülern.

Quelle: Fachbereich Biologie/Chemie der Universität Osnabrück
An der Sudie beteiligt waren Dr. Lars Otte und Prof. Dr. Marco Beeken aus der Didaktik der Chemie sowie
Prof. Dr. Christian Reintjes, Prof. Dr. Ferdinand Stebner u Dr. Till Kaiser aus den Erziehungswissenschaften.

>>> zur Pressemeldung:
„Diese Schulfächer sind bei Schülerinnen und Schülern am beliebtesten“ (externer Inhalt)
>>> zur Studie:
„Fachbeliebtheitsstudie 2025 – Systematische Erhebung der Beliebtheit von Schulfächern in der Bundesrepublik Deutschland“ (PDF | 181 Seiten | externer Inhalt)

Ergänzende Artikel und Informationen (alle Artikel intern aus kindheit-heute.info)
>>> Schulfach „Mentale Gesundheit“ macht Schüler und Schülerinnen rücksichtsvoller und motivierter
>>> Das Schulfach »Verantwortung«
>>> Schulfach »Praktische Philosophie«
>>> das Schulfach Zukunft
>>> Die wichtigen Fächer in der Schule sind Kunst, Sport und Musik!
>>> Engagierter Musikunterricht
>>> Fehlender Alltagsbezug macht MINT-Fächer unbeliebt
>>> Schülerinnen entscheiden sich trotz großen Interesses häufig gegen einen MINT-Bildungsweg

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