Vorlesemonitor 2026: Vorlesen wird immer beliebter - Der Vater liest seinem Sohn vor
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Vorlesemonitor 2026: Vorlesen wird immer beliebter

Die Zahl aller Eltern von Kindern im Alter von eins bis acht Jahren, die mindestens mehrmals in der Woche vorlesen, ist insgesamt von 67,7 Prozent (2024) auf 76,4 Prozent (2026) gestiegen.

Auszüge aus der Pressemeldung:

»Gerade die frühkindliche Entwicklung ist aber besonders prägend und legt viele Grundlagen für die Sprache, Persönlichkeit und das spätere Lesen lernen. Dass wieder mehr Eltern vor allem den Klein-
kindern vorlesen, ist ein Signal, das Mut macht in der aktuellen Lesekrise« – Prof. Dr. Timm Albers.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick

  • 76,4 Prozent der Eltern von ein- bis achtjährigen Kindern lesen mindestens mehrmals in der Woche vor (vgl. 2024: 67,7 Prozent).
  • 23,6 Prozent der Eltern von ein- bis achtjährigen Kindern lesen seltener als einmal in der Woche vor, 12,4 Prozent von ihnen nie (vgl. 2024: 32,3 Prozent; 18,4 Prozent „nie“).
  • Vor allem Eltern von ein-, zwei- und achtjährigen Kindern lesen deutlich mehr vor (Einjährige 2026: 75 %
    vs. 59 Prozent in 2024; Zweijährige 2026: 93 Prozent vs. 78 Prozent in 2024; Achtjährige 2026: 55 %
    vs. 35 Prozent in 2024).
  • Vorleseroutine sorgt für mehr Sprachimpulse und stärkt die Bindung zwischen Eltern und Kindern. Eltern,
    die regelmäßig vorlesen, kommen häufiger über das Vorlesen mit ihren Kindern ins Gespräch (41 Prozent „oft“) als Eltern ohne diese regelmäßige Erfahrung (20 % „oft“). Das dialogische Vorlesen ist für Kinder be-
    sonders vorteilhaft.
  • Beliebte Alternativen zum Vorlesen sind Hörbücher und -spiele hören (62 Prozent), spielen oder mit Spielsteinen bauen (42,1 Prozent) und herumalbern (29,6 Prozent).

„Diese Entwicklung ist besonders erfreulich, da viele Kinder
in der Altersgruppe noch keine Kita besuchen. Gerade die früh-kindliche Entwicklung ist aber besonders prägend und legt viele Grundlagen für die Sprache, Persönlichkeit und das spätere Lesen-lernen. Dass wieder mehr Eltern vor allem den Kleinkindern vorle-
sen, ist ein Signal, das Mut macht in der aktuellen Lesekrise.“

Prof. Dr. Timm Albers, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Lesen.

Vorleseroutine sorgt für Gesprächsanlässe

Der Vorlesemonitor zeigt, dass 41 Prozent der Eltern mit regelmäßiger Vorleseerfahrung die Zeit oft für gemein-
same Gespräche mit den Kindern nutzen – wesentlich häufiger als Eltern, die seltener vorlesen. Nur 20 Prozent
von ihnen geben an, m ihren Kindern beim Vorlesen oft ins Gespräch zu gehen. „Die Ergebnisse zeigen, wie wert
voll Routinen sind. Denn genau solche Gesprächsanlässe unterscheiden das Vorlesen von anderen Hörmedien“, unterstreicht Albers. „Beim Vorlesen können Eltern ihre Kinder zum Sprechen ermutigen und damit ganz neben-
bei den Wortschatz und das Sprachverständnis stärken. Das schafft keine Musikbox und auch kein Hörbuch.“
Damit bestärkt der Bildungsforscher die Position der Stiftung Lesen, dass Vorlesen alles andere als eine stille
Zeit für Kinder sein soll. Vorlesen ist eine Zeit, u gemeinsam Geschichten zu entdecken, zu Lernen und Spaß zu haben. Diese Vorlesezeit stärkt zudem die Bindung zwischen Eltern und Kindern.

Vorlesen braucht Vorbilder

Die Bildungskluft, die sich durch die gesamte Lesekrise zieht, beginnt bereits beim Vorlesen. 80 % der Eltern mit formal höherem Bildungsgrad lesen regelmäßig vor. Nur 70 Prozent der Eltern mit formal niedriger Bildung tun dies. Diese Bildungskluft besteht vor allem b Eltern ohne Zuwanderungsgeschichte. Bei Eltern mit Zuwande-
rungsgeschichte hat der Bildungshintergrund keinen so deutlichen Einfluss, wenngleich auch hier Eltern m for
mal geringerer Bildung die größte Gruppe der Nievorlesenden bilden. „Aus vergangenen Erhebungen wissen wir,
dass die eigenen Vorleseerfahrungen genau diese Bildungskluft überbrücken können“, ordnet Albers die Ergeb-
nisse ein. „Positive Erfahrungen wie beim Bundesweiten Vorlesetag, Ermutigungen über die Kita u Aufklärungs-
arbeit über Multiplikatoren sind wichtig, um den Positivtrend langfristig beizubehalten.“

Vorlesen muss sich weiter verankern

Die positiven Ergebnisse zeigen, dass der Fokus auf das Thema Vorlesen in d letzten Jahren Früchte trägt, jetzt aber nicht nachgelassen werden darf. „Die Ergebnisse motivieren, aber wir dürfen nicht vergessen, dass fast ei-
nem Viertel der Kinder noch immer die wichtigen Vorleseerfahrungen fehlen“, mahnt Dr. Jörg Maas. „Dazu gibt es jeden Tag neue Eltern, die erfahren müssen, wie wichtig Vorlesen für d Entwicklung ihres Kindes ist. Das be-
deutet: Nur weil der Trend stimmt, ist unser Auftrag nicht beendet.“ Die Initiatorinnen der Studie rufen dazu auf, die Freude am Vorlesen weiterzutragen. Buchgeschenke können zum Beispiel dabei helfen, dass mehr Familien vorlesen. Denn Familien in denen selten vorgelesen wird, mangelt es häufig an Vorlesematerial. Parallel ist der Bedarf an Lesematerial an Schulen und Kitas enorm. Wer sich zudem freiwillig engagieren möchte, kann das zum Bundesweiten Vorlesetag am 20. November.

Über den Vorlesemonitor

Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, haben besonders gute Startchancen. Sie haben früh einen größeren Wortschatz, lernen leichter lesen, sind einfühlsamer und haben in vielen Fächern bessere Schulnoten. Seit 2007 erfassen die Initiatorinnen das bundesweite Vorleseverhalten. Ein vergleichbarer Fragenkatalog ermöglicht seit 2022 zudem die Beobachtung von (Vor-)Leseverhalten bei Kindern im Alter von ein bis acht Jahren. Durch die Befragung von über 800 Eltern gibt der Vorlesemonitor einen repräsentativen Aufschluss über die Vorlesepraxis in Familien. Der Vorlesemonitor wird von der Deutsche Bahn Stiftung, der Stiftung Lesen und von DIE ZEIT initiiert.

Quelle: Die Stiftung Lesen
„Es fängt mit Lesen an: Wir sind davon überzeugt, dass Lesen die zentrale Voraussetzung für Bildung, beruflichen Erfolg, Integration und zukunftsfähige gesellschaftliche Entwicklung ist.Die Stiftung Lesen führt in enger Zusammenarbeit mit Bundes- und Landesministerien, wissenschaftlichen Einrichtungen, Stiftungen, Verbänden und Unternehmen bundesweite Programme, Kampagnen, Forschungs- und Modellprojekte durch, zum Beispiel den Bundesweiten Vorlesetag im November. Unterstützt werden wir von zahlreichen, namhaften Unternehmen und Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.“

>>> zur Pressemeldung: „Vorlesemonitor 2026: Vorlesen wird beliebter bei Eltern“ (externer Inhalt)
>>> Download Ergebnisse Vorlesemonitor 2026

Urheberrechtshinweis
Alle Rechte an der Pressemeldung als auch an der Studie liegen ausschließlich bei der Stiftung Lesen, Mainz.

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