Nach Auswertungen der Polizeilichen Kriminalstatistik werden inzwischen jährlich mehr als 25.000 Gewaltdelikte an Schulen registriert.
Auszug aus der Pressemitteilung:
Die Gewalt an Schulen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen
Besonders besorgniserregend ist dabei die steigende Zahl von Übergriffen gegenüber Lehrkräften
und weiteren Beschäftigten. Darauf weist der Allgemeine Schulleitungsverband Deutschlands (ASD)
in einer aktuellen Stellungnahme hin.
Nach Auswertungen der Polizeilichen Kriminalstatistik werden inzwischen jährlich mehr als 25.000
Gewaltdelikte an Schulen registriert. Gleichzeitig zeigt das Deutsche Schulbarometer, dass nahezu
jede zweite Lehrkraft Gewaltprobleme an der eigenen Schule wahrnimmt. Besonders alarmierend
ist die Situation für Lehrkräfte und Beschäftigte selbst: Allein im Jahr 2024 wurden über 1.200 Fälle
körperlicher Gewalt gegen diese erfasst, hinzu kommen zahlreiche Fälle psychischer Gewalt.
„Gewalt an Schulen ist längst kein Randphänomen mehr. Sie
ASD-Vorsitzende Sven Winkler
gehört für viele Lehrkräfte inzwischen zum Berufsalltag – und
das ist nicht hinnehmbar. Wenn Lehrkräfte nicht mehr sicher
arbeiten können, steht die Funktionsfähigkeit unseres gesam-
ten Bildungssystems auf dem Spiel.“
Der ASD macht deutlich, dass Gewalt an Schulen nicht isoliert betrachtet werden darf
Vielmehr sei sie Ausdruck gesellschaftlicher Entwicklungen und wachsender Belastungen bei Kindern
und Jugendlichen. Gleichzeitig kritisiert der Verband, dass notwendige strukturelle Verbesserungen seit
Jahren bekannt, aber nicht ausreichend umgesetzt worden seien.
„Die Schulen werden mit dieser Entwicklung oft allein gelassen. Es fehlt an Personal, an Zeit und an
klaren Strukturen. Wir brauchen jetzt endlich entschlossenes politisches Handeln“, so Winkler.
Der ASD fordert daher ein umfassendes Maßnahmenpaket von Politik und Verwaltung
Dazu gehören verbindliche Schutzkonzepte für alle an Schule Tätigen, eine deutliche Stärkung der perso-
nellen und finanziellen Ressourcen an Schulen sowie mehr Handlungsspielräume für Schulleitungen.
Ein zentraler Punkt ist aus Sicht des Verbandes die Qualifizierung der Lehrkräfte: „Lehrkräfte müssen systematisch auf den Umgang mit Konflikten, Gewalt und Krisensituationen vorbereitet werden. Dafür
brauchen wir verbindliche Zeitkontingente für Aus- und Fortbildung – und zwar als festen Bestandteil
der Arbeitszeit, nicht zusätzlich on top“, betont Winkler.
Eine stärkere Präventionsarbeit
Darüber hinaus fordert der ASD eine stärkere Präventionsarbeit in enger Zusammenarbeit mit Polizei
und Jugendhilfe sowie schnellere und verlässlichere Reaktionen der Justiz auf Gewaltvorfälle: „Ent-
scheidend ist nicht nur die Härte v Maßnahmen, sondern dass sie konsequent und zeitnah erfolgen.
Nur so entsteht Vertrauen in den Rechtsstaat – auch im schulischen Alltag“, so Winkler weiter.
Abschließend macht der ASD deutlich, dass es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe handelt:
„Gewalt an Schulen ist ein Warnsignal. Wenn wir jetzt nicht handeln, riskieren wir langfristige Schäden
für das Bildungssystem und die Attraktivität des Lehrerberufs. Schulen brauchen Rückhalt – und sie
brauchen ihn jetzt.“
Quelle: Der ASD – Allgemeiner Schulleitungsverband Deutschlands e.V.
setzt sich für die beruflichen Interessen von Schulleitungsmitgliedern in Deutschland ein. Er ist die Dachorganisation von Schulleitungs-Landesverbänden, in denen Mitglieder aller Schularten und
–formen vertreten sind. Die Funktionsträger/innen des Verbandes engagieren sich ehrenamtlich,
unabhängig, überparteilich und überkonfessionell.
>>> zur Pressemitteilung: „Gewalt an Schulen nimmt deutlich zu!“ (externer Inhalt)
>>> zur Stellungsnahme des ASD:
„Gewalt an Schulen als ernstzunehmende gesellschaftliche Herausforderung“ (externer Inhalt)
Urheberrechtshinweis
Alle Rechte an der Pressemitteilung (s.o) liegen ausschließlich bei dem ASD – Allgemeiner Schulleitungsverband Deutschlands e.V.
Ergänzende Artikel und Informationen (alle Artikel intern auf kindheit-heute.info)
>>> Gewalt an Schulen: Wenn Lehrer zur Zielscheibe werden
>>> Schule aus Sicht der Schulleiterinnen und Schulleiter
>>> Immer mehr Gewalt gegen Lehrkräfte
>>> Gewalt gegen Lehrer
>>> Mobbing und Gewalt gegen Lehrkräfte
>>> Jeder dritte Berliner Lehrer rät von seinem Beruf ab
>>> Momentaufnahme eines kranken Systems: Jede vierte Lehrkraft würde den Schuldienst verlassen, wenn sie die Möglichkeit dazu hätte
