Lernen durch Engagement verbindet fachliches Lernen mit gesell-
schaftlicher Verantwortung und befähigt Schülerinnen und Schüler zu essenziellen Fähigkeiten wie Kommunikation, Zusammenarbeit, kritischem Denken und Kreativität.
Der hier vorgestellte Praxisguide ist für die Implimentierung an Schulen entwickelt worden. In Abwandlung lässt sich dieser pädagogische Ansatz sicherlich auch auf andere Bildungseinrichtungen übertragen!
Auszüge aus der Projektbeschreibung:
Lernen durch Engagement bietet einen innovativen Ansatz, der zeigt, was es heißt, sich aktiv für d Gesellschaft zu engagieren u gleichzeitig schulische Bildung zu vertiefen. Diese Lehr- und Lernform ermöglicht es Schülern, sich mit sozialen, ökologischen, politischen oder kulturellen Themen auseinanderzusetzen, die ihnen a Herzen liegen. Zudem ist dieser Ansatz für alle Schultypen und Altersstufen geeignet und stärkt nachweislich die demo-
kratische Bildung sowie die persönliche Entwicklung der Schüler.
Wie Lernen durch Engagement funktioniert, welche Vorteile es bietet und wie Sie es erfolgreich an Ihrer Schule implementieren können:
Wie Schülerinnen und Schüler von Lernen durch Engagement profitieren
Wenn junge Menschen durch Engagement lernen, profitieren sie auf vielfältigen Ebenen. Der Kern dieses päda-
gogischen Ansatzes liegt in der Förderung von Selbstwirksamkeit – Schüler erleben unmittelbar, dass sie mit ihrem Handeln etwas bewirken können und nehmen sich als aktive Mitgestalter der Gesellschaft wahr.
Besonders bemerkenswert ist, dass die Interessen, Meinungen und Vorerfahrungen der Lernenden ins Zentrum rücken. Sie entscheiden selbst über ihre Projekte und müssen gleichzeitig demokratische Prozesse aushalten, wenn die Mehrheit anders entscheidet. Dadurch wird ihre Beteiligung a Entscheidungsprozessen gefördert und ihr Demokratieerleben gestärkt.
Service Learning unterstützt zudem die kognitive Entwicklung. Die Schüler:innen entwickeln nachweislich bes-sere Problemlösungsfähigkeiten durch den realen Charakter der Projekte und verbessern ihre Leistungen in standardisierten Tests, wenn LdE-Projekte m Fächern wie Mathematik oder Sprachunterricht verknüpft werden.
Lernen durch Engagement als Deeper Learning
Diese Lernform verkörpert das Konzept des „Deeper Learning“. Statt oberflächlicher Wissensvermittlung findet eine tiefe Auseinandersetzung mit Inhalten statt, die durch praktische Anwendung verankert werden. Schüler wenden ihr Wissen direkt in der Praxis an, verstehen dadurch fachliche Inhalte tiefer und erkennen den Sinn hin-
ter schulischem Lernen.
Die Verbindung von kognitivem Lernen mit sozialer Verantwortung und emotionalem Engagement macht diese Methode wertvoll für die Persönlichkeitsentwicklung. Dabei geht es sowohl um Selbstwert und Selbstwirksam-
keit als auch um die Förderung von Kooperations- und Konfliktfähigkeit.
Ein weiterer Vorteil: Auch Schüler, die im regulären Unterricht nicht an der Klassenspitze stehen, können durch Engagement-Projekte Selbstwirksamkeit und Selbstbewusstsein aufbauen. Die soziale Komponente fördert Team- und Kooperationsfähigkeiten, da die Jugendlichen typischerweise in Gruppen an zivilgesellschaftlichen Problemstellungen arbeiten.
Nicht zuletzt trägt diese Lernform dazu bei, dass junge Menschen aus ihren virtuellen Welten heraustreten und sich mit realen gesellschaftlichen Herausforderungen auseinandersetzen – ein entscheidender Aspekt für die Generationen Z und Alpha.
Transformation der Lernkultur durch Lernen durch Engagement
Lernen durch Engagement wandelt die traditionelle Schulkultur grundlegend um. Diese Lehr- und Lernform ver-
bindet fachlichen Unterricht mit praktischem Einsatz für das Gemeinwohl und verändert dadurch, was Lernen bedeutet.
Warum sollten Schulen diese Methode i Curriculum integrieren? Untersuchungen zeigen, dass sich die Lern-
motivation der Schüler nachweislich erhöht und ihre Problemlösekompetenzen gestärkt werden. Darüber hin-
aus trägt LdE zu einem tieferen Verständnis der Lerninhalte bei. Diese Transformation geht weit über ober-
flächliche Anpassungen hinaus.
Service Learning verkörpert das Konzept des „Deeper Learning“ vollständig. Statt isoliertem Faktenwissen entsteht ein verbundenes Bildungserlebnis, bei dem Schüler:innen lernen, ihr Wissen in lebenswirklichen Kontexten anzuwenden. Folglich verstehen sie, was Engagement heißt – nicht als theoretisches Konzept, sondern als gelebte Praxis.
Die Lernkultur verändert sich dabei in mehreren Dimensionen:
- Die Lehrkraft wird zur Lernbegleitung, die Reflexionsprozesse moderiert
- Schüler:innen übernehmen Verantwortung für ihren Lernprozess
- Die Schule öffnet sich zum Umfeld und entwickelt Kooperationen
- Demokratische Werte werden praktisch erfahrbar
Besonders bemerkenswert: LdE gilt als Pädagogik des digitalen Zeitalters, weil sie jene Kompetenzen fördert, die in einer komplexen, schnelllebigen Welt unverzichtbar sind. Während traditioneller Unterricht oft zu langsam auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert, ermöglicht Service Learning das Erproben neuer Lösungen für aktuelle Herausforderungen.
Schulen, die diesen Ansatz umsetzen, berichten von positiven Effekten auf das gesamte Schulklima. Zudem werden Lehrkräfte zufriedener mit ihrer Arbeit, haben mehr Freude am Unterrichten und entwickeln eine hö-
here Sensibilität für die Bedürfnisse ihrer Schüler:innen.
Deutschlandweit setzen zahlreiche Schulen spannende Projekte um
Ein hervorragendes Beispiel ist das prämierte Projekt „Fridays for Facts“ des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums in Bamberg. Sechstklässler lernen hier in Mathematik und Biologie die Ursachen des Klimawandels kennen, be-
schäftigen sich in Informatik mit digitalen Tools und geben ihr Wissen anschließend durch selbsterstellte Er-klärvideos an Grund- und Mittelschüler weiter. Sie reflektieren dabei ihr ökologisches Handeln und erarbeiten klimafreundliche Alternativen.
Darüber hinaus zeigt das Projekt „Gegen SchwarzWeiß. Denken.“ der Heinrich-Heine-Schule/ Büdelsdorf, was engagieren konkret bedeutet. Schüler der 11. Klasse setzen sich in Wirtschaft und Politik mit Rassismus, Vor-
urteilen und antidemokratischen Haltungen auseinander und engagieren sich durch verschiedene Aktivitäten wie Podiumsdiskussionen, Präventionsworkshops und einen Flashmob für eine tolerante Gesellschaft.
Bemerkenswert ist außerdem das Projekt „Ein Handyführerschein für Senior:innen“, bei dem Jugendliche äl-
teren Menschen den Umgang mit Smartphones beibringen- Dies illustriert, wie generationsübergreifendes Lernen funktioniert und zeigt, dass Engagement keine Altersgrenzen kennt.
Für jüngere Kinder eignet sich beispielsweise das Projekt „Umwelt-Ninjas“, bei dem Drittklässler fächerüber-greifend das Thema Müll behandeln und selbst für den Naturschutz aktiv werden.
Quelle: oskar | freiwilligenagentur/ein Projekt der Stiftung Unionhilfswerk Berlin
ist eine gemeinnützige Einrichtung zur Förderung und Unterstützung des freiwilligen Engagements. Sie setzt sich für eine lebendige Zivilgesellschaft ein, sind offen und menschenfreundlich, politisch unab-
hängig und weltanschaulich neutral.
>>> zum umfangreichen Artikel: „Lernen durch Engagement: Ein Praxisguide für Schulen“ (externer Link)
Urheberrechtshinweis
Alle Rechte an dem Artikel liegen ausschließlich bei der Freiwilligenagentur oskar | Ein Projekt der Stiftung Unionhilfswerk Berlin.
Ergänzende Artikel und Informationen (alle Artikel intern auf kindheit-heute.info)
>>> Wie Lernen am besten gelingt
>>> Lernen für die Welt von Morgen
>>> Wie Jugendliche Verantwortung übernehmen
>>> Welche Kompetenzen soll die Schule von heute für die Gesellschaft von morgen vermitteln?
>>> Das Schulfach »Verantwortung«
