Fast die Hälfte der Schulkinder hat Schlafprobleme - Ein Schüler träumt
Symbolbild | KI-generiert

Fast die Hälfte der Schulkinder hat Schlafprobleme

Fast die Hälfte der Schulkinder aus den Klassen fünf bis zehn hat Schlafprobleme. Mehr als zwei Drittel sind mindestens einmal jede Woche erschöpft und die Hälfte fühlt sich psychisch unwohl.

Auszug aus der Pressemeldung:

Der DAK-Präventionsradar zeigt, dass fast neun von zehn Schulkindern über keine ausreichende Gesundheits-kompetenz verfügen. Auch blicken lediglich 57 Prozent positiv in die Zukunft. Das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) hat im Auftrag der DAK-Gesundheit mehr als 30.000 Schulkinder der Klas-
sen fünf bis zehn aus 15 Bundesländern befragt. Der Präventionsradar ergänzt damit die aktuelle PISA-Debat-
te um Gesundheitsaspekte von Schülerinnen und Schülern.

„Bildungserfolg und Gesundheit hängen untrennbar zusammen. Wer schon in jungen
Jahren erschöpft ist oder sogar unter Schlafstörungen leidet und nicht weiß, wie er
mit solchen Belastungen umgehen kann, hat schlechtere Voraussetzungen für erfolg-
reiches Lernen. Genau hier setzt Gesundheitskompetenz an. Wir müssen sie bei Kin-
dern und Jugendlichen stärker fördern und Gesundheit als festen Bestandteil von Bil-
dung begreifen. Den Handlungsbedarf beim schulischen Lernen in Deutschland ma-
chen die aktuellen PISA-Ergebnisse überdeutlich.“
Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit

Steigender Trend bei Schlafproblemen und Erschöpfung

Aktuell sind die Kinder und Jugendlichen an den allgemeinbildenden weiterführenden Schulen in Deutschland stark belastet. Laut DAK-Präventionsradar kann fast die Hälfte von ihnen nicht gut schlafen und hat mindestens einmal pro Woche Schlafprobleme. Seit der erstmaligen Erfassung im Schuljahr 2019/2020 stieg der Anteil der Betroffenen von 36 auf 46 Prozent. Ein steigender Trend zeigt sich zudem deutlich beim Thema Erschöpfung. 69 Prozent der Kinder und Jugendlichen fühlen sich mindestens einmal pro Woche ausgelaugt und erschöpft.

Übermäßiger Medienkonsum kann eine Ursache sein

„Auch wenn sich für die festgestellten Probleme keine monokausalen Ursachen benennen lassen, wird man auf den Zusammenhang zwischen übermäßiger Mediennutzung und den Erschöpfungs- und Schlafproblemen von Kindern und Jugendlichen hinweisen müssen. Kinder und Jugendliche, die bis spät in d Abend soziale Medien nutzen oder, algorithmisch getriggert, aufwühlende Videos konsumieren, werden vom gesunden Schlaf abge-
halten“, sagt Dr. Michael Hubmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V.

Vermindertes Wohlbefinden und sinkender Zukunftsoptimismus

Für die Hälfte der Schulkinder ist es keine Selbstverständlichkeit, interessante Dinge im Alltag wahrzunehmen, gute Laune zu haben sowie entspannt und aktiv zu sein – alles, was nach Definition der Weltgesundheitsorga-
nisation (WHO) zu einem guten Wohlbefinden dazu gehört. 49 Prozent berichten von einem verminderten Wohl-
befinden, nach 41 Prozent im Schuljahr 2022/2023. Nur etwas mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen blickt positiv in die eigene Zukunft (57 Prozent).

Gesundheitskompetenz als Schutzfaktor

Gesundheitskompetenz umfasst das Zusammenspiel von Motivation für das Thema Gesundheit, vorhandenem Wissen und der Fähigkeit, Informationen kritisch zu bewerten. Kindern und Jugendlichen mit einer ausgepräg-
ten Gesundheitskompetenz geht es nachweislich besser. Das Risiko für ein vermindertes Wohlbefinden ist bei ihnen um ein Viertel geringer (minus 27 Prozent) und sie blicken häufiger optimistisch in die eigene Zukunft (plus 19 Prozent). Der DAK-Präventionsradar zeigt jedoch auch: Fast neun von zehn Schulkindern verfügen noch nicht über eine ausreichende Gesundheitskompetenz. Sie brauchen Unterstützung, um sich für Gesundheitsthe-
men zu interessieren, das nötige Grundwissen aufzubauen und Informationen aus dem Internet einzuordnen.

Kinder und Jugendliche befürworten Schulfach „Gesundheit“

Als Reaktion auf diese Defizite wird in der aktuellen Diskussion immer öfter die Einführung struktureller Maß-
nahmen gefordert – wie beispielsweise ein eigenes Schulfach „Gesundheit“. Interessant ist, dass laut Präven-
tionsradar auch die Kinder und Jugendlichen selbst für diesen Vorschlag offen sind. Fast drei Viertel befürwor-
ten die Idee. Mehr als ein Viertel (28 Prozent) findet sie sogar „sehr gut“. 

Quelle: Der DAK-Präventionsradar
liefert als breit angelegte Schulstudie wichtige Erkenntnisse zur Gesundheitslage von Kindern und Jugend-
lichen. Bereits seit 2016 befragt das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) im Auftrag der DAK-Gesundheit Schulkinder zu ihrem Wohlbefinden und Gesundheitsverhalten. Allein an der zehnten Welle im Schuljahr 2025/2026 haben mehr als 30.000 Kinder und Jugendliche an 141 allgemeinbildenden weiterführenden Schulen in 15 Bundesländern teilgenommen. Nur das Saarland war nicht beteiligt.

Die DAK-Gesundheit
ist mit 5,4 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands und engagiert sich beson-
ders für Kinder- und Jugendgesundheit. 

>>> zur Pressemeldung: „Ausgelaugt und übermüdet: Fast die Hälfte der Schulkinder hat Schlafprobleme“
>>> zum Präventionsradar (externer Inhalt | PDF | 22 Seiten)

Ergänzende Artikel und Informationen (alle Artikel intern auf kindheit-heute.info)
>>> Jugendstudie 2026: Junge Menschen hinterfragen ihre Zukunftsperspektive
>>> in einer schweren Krise der psychischen Gesundheit junger Menschen
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