41 Prozent der Eltern sind der Meinung, dass KI besser in der Vermittlung von Empathie und Respekt ist als sie selbst.
Auszüge aus der Pressemitteilung:
Ausgerechnet diejenigen, die in ihrem Alltag viel mit Kindern zu tun haben, erwarten moralische Erziehungsar-
beit von der Technologie. Während 41 % der Eltern von Minderjährigen sagen, Respekt, Fairness und Empathie können in vielen Fällen besser durch eine KI als durch Erziehungsberechtigte oder Freunde vermittelt werden, stimmen dem nur 27 % der Deutschen ohne Kinder im Haushalt zu.
Eltern vertrauen den Erziehungstipps der KI
ChatGPT und Co. können Moral oder soziale Fähigkeiten nur erklären, nicht vorleben oder empfinden. Doch ob-
wohl der KI als Gesprächsperson wichtige Fähigkeiten in der zwischenmenschlichen Kommunikation fehlen, verwenden viele Eltern die Technologie im Erziehungsalltag. 93 % der Befragten mit mindestens einem Kind un-
ter 18 Jahren im Haushalt haben bereits KI für private Zwecke genutzt. Bei Personen ohne Kinder im Haushalt
liegt dieser Anteil nur bei 69 %. Konkrete Fragen zum Thema Erziehung haben 58 % der Eltern einer KI wie Chat
GPT bereits gestellt, besonders häufig diejenigen mit kleinen Kindern unter 6 Jahren. Diesen Auskünften folgen
Eltern fast blind: 64 % überprüfen die KI-generierten Antworten nur manchmal oder nie.
„Viele Eltern sind nicht mehr selbstsicher und souverän, sondern unsicher, zweifelnd und überlastet. Das liegt daran, dass die Welt komplexer und die Ansprüche der heutigen Elterngeneration an Erzie-
hung höher geworden ist. Sie haben Angst, etwas falsch zu machen oder zu ungeduldig zu sein. Die
KI kann mit Tipps helfen, wenn sie einen guten Prompt bekommt, die richtigen Fragen gestellt und die Antworten nach Sinnhaftigkeit überprüft werden. KI denkt nicht und fühlt nicht mit. Wann immer die-
se Skills gewünscht sind, sollten Eltern darauf verzichten.“
Nina Grimm, Familienpsychologin für die Pronova BKK
Eltern befürchten, ihre Kinder vertrauen den Tipps der KI mehr als ihnen
Während Eltern selbst KI-Ratschlägen vertrauen, haben sie doch Bedenken gegenüber der Nutzung durch ihre Kinder. 74 % der Befragten mit Minderjährigen im Haushalt sehen eine große Gefahr darin, dass Kinder eher die KI um Hilfe bitten und ihr glauben als ihre Eltern anzusprechen. „Es geht nicht um ,KI vs. Eltern‘, sondern um Zu-
gänglichkeit, Beziehung und Umgang mit Unsicherheit. Kinder bleiben ihren Eltern zugewandt, wenn sie erleben: Ich werde gehört, ich darf fragen, ich werde nicht bewertet, wir finden gemeinsam Antworten“, erläutert Nina Grimm.
56 % der Eltern halten KI-Chatbots für eine enorme Erleichterung für Kinder im privaten Alltag
Doch in welchem Alter die ChatGPT und Co. geeignet sind, darin sind sich die Befragten uneinig: 27 % befürwor-
ten eine KI-Nutzung ab 16 Jahren, 14 % erst ab 18 Jahren, aber ebenso viele schon ab 12 Jahren. „Der Wissens-
durst von Grundschülern kann ein guter Anlass zur Nutzung von KI sein, immer sehr eng begleitet durch die El-
tern. Kinder sollten KI nicht frei und unbegrenzt nutzen – sie brauchen klare, altersgerechte Regeln und Beglei-
tung“, sagt Grimm. „Die 3 wichtigsten Regeln, die Eltern ihren Kindern zu KI vermitteln sollten sind: 1. erst den-
ken, dann fragen, 2. gute Fragen formulieren, 3. Antworten mit neuen Fragen überprüfen.“
79 % befürworten eine KI, die das Online-Verhalten der Kinder beobachtet und Gefahren für Cybermobbing erkennt
In Zukunft können sich Eltern vorstellen, dass KI nicht nur aktiv für Fragen genutzt wird, sondern als Hilfe im Hintergrund agiert. Beispielsweise befürworten 79 % eine KI, die das Online-Verhalten der Kinder beobachtet und Gefahren für Cybermobbing erkennt. Fast gleich viele wünschen sich eine KI, die dann automatisch ein-
greift, wenn ein Kind im Begriff ist, sich selbst oder anderen zu schaden.
Über die Studie
Für die repräsentative Studie „KI im Alltag 2026“ der Pronova BKK wurden 3.485 Frauen und Männer ab 18 Jah-
ren im März 2026 online befragt. Darunter befinden sich 2.005 Personen mit mindestens einem Kind unter 18
Jahren im Haushalt. Die Befragung gibt einen Einblick, inwieweit die KI schon Einzug in den privaten Alltag der Bevölkerung genommen hat. Besondere Schwerpunkte setzt die Umfrage auf die private Nutzung v KI für part-nerschaftliche, erzieherische und gesundheitliche Belange.
Quelle: Die Pronova BKK
ist ein Träger der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland aus der Gruppe der Betriebs-
krankenkassen (BKK). Die Pronova BKK hat ihren Ursprung in mehr als 40 Unternehmen.
>>> zur Pressemitteilung:
„41 % der Eltern halten die KI für besser in der Vermittlung von Empathie und Respekt als sie selbst“ (extern)
>>> zur Studie: „KI im Alltag 2026“ (extern)
Urheberrechtshinweis
Alle Rechte an dem Artikel liegen ausschließlich bei der Pronova Betriebskrankenkasse, Ludwigshafen.
Ergänzende Artikel und Informationen (alle Artikel intern auf kindheit-heute.info)
>>> Eltern stehen dem Einsatz von KI in der Schule kritisch gegenüber (2004)
>>> Künstliche Intelligenz in der Kita (2026)
>>> Wie stark stehen Eltern unter Druck? (2025)
>>> Geringes Vertrauen von Eltern in Medien und öffentlichen Einrichtungen (2023)
>>> Elternschaft heute (2022)
