Die „ersten echten Digital Natives“ - Generation Alpha
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Die „ersten echten Digital Natives“

Der Jugendforscher Simon Schnetzer bezeichnet die Generation Alpha als „die ersten echten Digital Natives”. Die meisten Eltern der Generation Alpha gehören der Generation Y an.

Wer sind die Alphas?

Zur Generation Alpha gehören Kinder, die zwischen 2010 und 2024 geboren wurden. Damit ist sie die Vorgängergeneration der Generation Beta und die Nachfolgegeneration der Generation Z. Sie leben von klein auf in einer Welt, die digital, global und immer vernetzt ist. Tablets, Smartphones, Streamingdienste und soziale Medien sind für sie selbstverständlich. Ihre Eltern gehören meist zur Generation Y (Millennials).

Auszüge aus dem Artikel: „Echte Digital Natives: So tickt die Generation Alpha“ vom 14. November 2025:

Digital Natives: Eine Generation ohne Offline-Modus

Jugendforscher Simon Schnetzer bezeichnet die Generation Alpha als „die ersten echten Digital Natives”. Während die meisten Eltern der Generation Alpha, Angehörige der Generation Y, die ersten waren, die mit
dem Internet aufgewachsen sind, kennen ihre Kinder eine Welt ohne digitale Vernetzung gar nicht mehr.

Tablets ersetzen das Bilderbuch, Smartphones den Fernseher und Sprachassistent:innen wie Alexa oder
Siri werden zur persönlichen Assistentin, schon im Kinderzimmer. Bereits als Kleinkinder lernen sie intuitiv, durch Wischen und Tippen Informationen abzurufen. Doch genau hier liegt auch die Herausforderung: Die ständige Erreichbarkeit, die Reizüberflutung und die Abhängigkeit von digitalen Medien prägen das Verhal-
ten, die Aufmerksamkeit und d emotionale Entwicklung dieser Kinder. Pädagoginnen berichten, dass viele Kinder immer später sprechen, kaum Ausdauer zeigen und Probleme haben, sich allein zu beschäftigen.

Der Optimierungswahn beginnt im Kinderzimmer

17 Prozent der 6- bis 9-Jährigen besitzen ein eigenes Smartphone. Bei den 10- bis 12-Jährigen sind es 76 Prozent und in der Altersgruppe der 13- bis 15-Jährigen sogar 90 Prozent. Ist das Smartphone erst einmal vorhanden, folgt in der Regel schnell die Installation von Apps wie Instagram, Snapchat und TikTok. In den sozialen Medien trifft die Generation Alpha auf eine scheinbar perfekte Welt: Influencer mit makellosen Ge-
sichtern, sportlichen Körpern, dem „optimalen“ Ernährungsplan mit Supplements und Designerklamotten. 

Schon Grundschulkinder vergleichen sich mit Influencerinnen. Wer in der Pubertät allein im Kinderzimmer
sitzt und durch die sozialen Medien scrollt, beginnt schnell, an sich selbst zu zweifeln. Denn Kinder möch-
ten dazugehören, schöner, erfolgreicher und beliebter sein. Dabei geht es nicht mehr nur um Likes, sondern
um Selbstwert u Identität. Der Wunsch, mithalten zu können, führt zu Dauerstress und Optimierungswahn.

Generation Alpha und die digitale Bildung

Zwar setzen immer mehr Lehrkräfte digitale Medien im Unterricht ein, doch die Ausstattung der Schulen ist
oft uneinheitlich. Durch künstliche Intelligenz, Deepfakes und die Zunahme v Desinformationen im Internet gewinnt Medienkompetenz immer stärke an Bedeutung. Kinder und Jugendliche sollen lernen, Informatio-
nen kritisch zu bewerten, Apps reflektiert zu nutzen und eigene digitale Inhalte bewusst zu gestalten.

Cybermobbing in der Generation Alpha: digital, allgegenwärtig, verborgen

Für die Gen Alpha ist Cybermobbing zu einem ernsthaften Problem geworden. Insbesondere auf Plattfor-
men wie WhatsApp und TikTok werden Jugendliche Opfer von Beleidigungen und Falschinformationen.
Solche Erfahrungen prägen das Selbstbewusstsein, die soziale Kompetenz und das Vertrauen in die digi-
tale Kommunikation oft langfristig. Schulen, Eltern und Unternehmen sind daher aufgefordert, aktiv ge-
genzusteuern: durch Workshops zu digitalem Verhalten, Konfliktmanagement u einem offenen Umgang.

KI in der Lebenswelt der Generation Alpha 

Die älteren Mitglieder der Generation Alpha nutzt KI bereits im Alltag, sei es beim Lernen, in den sozia-
len Medien oder in der Freizeit. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen verwendet KI, um Informationen zu recherchieren oder sich komplexe Themen erklären zu lassen. Dabei sind ihnen sowohl die Chancen als
auch die Risiken, wie Manipulation oder Falschinformationen, bekannt. Internationale Unterschiede zei-
gen, dass digitale Bildung und ethische Aufklärung entscheidend sind, damit junge Menschen KI nicht
nur anwenden, sondern auch verantwortungsvoll nutzen können.

Blick in die Zukunft: Die Generation Alpha in der Arbeitswelt

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass in Deutschland bis 2028 ca. 768.000 Fachkräfte fehlen werden. Das ist eine direkte Folge des demografischen Wandels. Für die Generation
Alpha, die künftig diese Lücke füllen muss, bedeutet das einen erheblichen Druck und hohe Erwartungen. Gleichzeitig befindet sich d Arbeitswelt in einem tiefgreifenden Wandel: zwischen Künstlicher Intelligenz, Remote Work, mehr Nachhaltigkeit u Diversität verändert sich unsere Art zu Arbeiten für immer. Für die
Gen Alpha ist dieser Wandel Normalität, sie wächst damit auf und hat deshalb beste Voraussetzungen,
die anstehenden Herausforderungen der nächsten Jahre erfolgreich zu bewältigen.

Quelle: change
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>>> zum umfangreichen Arrtikel: „Echte Digital Natives: So tickt die Generation Alpha“ (externer Inhalt)

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