Wer junge Zielgruppen erreichen will, muss „Must have“ Produkte über Content-Creator in den sozialen Medien plazieren.
Auszüge aus dem Report:
Strategisch wichtige Partner der Unternehmen sind die Content-Creator auf TikTok, Instagram oder YouTube, die Werbebotschaften gezielt transportieren können. Jugendschutz.net hat im Rahmen einer Recherche Bei-träge von 35 Content-Creator ausgewertet. Sie dokumentieren, wie die Inhalte Kinder und Jugendliche in ih-
rem Kaufverhalten beeinflussen können.
„Must have“
Unterhaltsame Videos sind ein beliebter Inhalt, der Nutzer dazu bringt, sich durch ihren niemals enden wollen-
den Feed zu scrollen und mit den Creatern zu interagieren. So geraten sie in eine vertraute Bubble, i der beiläu-
fig Produkte beworben werden. Dabei handelt es sich überwiegend um „Must have“- Produkte, die vorgestellt oder angewendet werden.
„Fear of Missing Out“ – die Angst, etwas zu verpassen
Bei der Fokussierung zielgruppenrelevanter Themen (Schule, Mode, Beauty etc.) setzen Content-Creator ge-
konnt eine breite Palette an Verkaufsstrategien ein. Immer wieder wenden sie sich etwa unmittelbar an ihre junge Zielgruppe, nutzen die direkte Ansprache und fordern zum Abonnieren und Kommentieren auf. Sie nut-
zen kaufverstärkende Impulse wie das Prinzip,,Fear of Missing Out“ (FOMO), also die Angst, etwas zu verpas-
sen. So erzeugen damit das Gefühl: Wer das jetzt nicht kauft, gehört nicht dazu/ist nicht Teil der Community.
Überkonsum, Impulskäufe, Schulden
Da die Grenzen v Inhalt und Werbung zunehmend verschwimmen, können Kinder u Jugendliche nicht mehr dazwischen unterscheiden. Überkonsum, Impulskäufe, Schulden und Kaufsucht können die Folge sein. Eine stärkere Regulierung und umfassendere Kennzeichnung werblicher Inhalte ist daher dringend erforderlich.
Ziel des Reports „Social Commerce“
ist es, die Auswirkungen von Werbung in sozialen Medien auf Kinder und Jugendliche zu untersuchen. Es werden Empfehlungen für den Schutz von jungen Zielgruppen vor unerwünschten Werbeinhalten gegeben.
Ein weiteres Anliegen des Reports ist, dass Eltern, Erzieher und Pädagogen über die Auswirkungen von Wer-
bung in sozialen Medien auf junge Menschen aufgeklärt werden. Im Idealfall werden auch Content-Creator
und Werbetreibende veranlasst, verantwortungsvoll mit der Zielgruppe umgehen.
>>> Zum Report: „Social Commerce“ (PDF, externer Inhalt)
>>> ergänzender Artikel: „Dazugehören um jeden Preis“ (extern)
Urheberrechtshinweis
Alle Rechte an dem Artikel und an dessen Auszügen liegen ausschließlich bei dem Medienmagazin Jugendschutz.net.
Weiterführende Artikel und Informationen (alle Artikel intern auf kindheit-heute.info)
>>> Schon mit zehn Jahren haben viele Kinder einen Lieblingsinfluencer
>>> Influencer sind die Stars der jungen Generation
>>> Wenn Kinder zu Influencern (gemacht) werden
>>> Influencer-Werbung für Kinder
>>> Fast die Hälfte aller Abiturienten will »Influencer« oder »Creator« werden
