Auszug aus dem Artikel vom 13.10. 2026:
Mit 2,4 Millionen Kindern und Jugendlichen ist nach einer aktuellen Studie mehr als jeder fünfte Schüler in Deutschland von Cybermobbing betroffen. Somit ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler zwischen sie-
ben und 20 Jahren, die nach eigenen Aussagen schon einmal Mobbing im digitalen Raum ausgesetzt waren,
im Vergleich zu 2024 um 2,2 Prozentpunkte auf 20,7 Prozent gestiegen. Das geht aus der heute vorgestell-
ten Studie „Cyberlife VI – Cybermobbing bei Schülerinnen und Schülern“ hervor.
Cybermobbing bleibt ein Dauerproblem und wächst weiter
„Die Ergebnisse zeigen leider, dass Cybermobbing ein weiterwachsendes Problem an Schulen und im privaten Umfeld von Kindern und Jugendlichen ist und sich mittlerweile auch Pädagogen u Pädagoginnen an den Schu-
len bei diesem Thema überfordert fühlen“, erläuterte der Mitautor und Vorstandsvorsitzende des Bündnisses
gegen Cybermobbing, Uwe Leest. Noch 2017 hätten mit 12,7 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler deutlich weniger junge Menschen von solchen Attacken berichtet.
Die Folgen von Cybermobbing wird noch immer unterschätzt
Die Folgen von Cybermobbing an Schulen, an denen das Mobbing sehr häufig passiert, würden noch immer unterschätzt. Der Einfluss auf Lehrkräfte sowie auf die Schülerinnen und Schüler sei enorm. Zu den gesund-
heitlichen Folgen d digitalen Schikane zählten neben körperlichen Beschwerden wie Kopf- oder Magenschmer-
zen vor allem psychische Auswirkungen, etwa Angst- und Schlafstörungen sowie Niedergeschlagenheit oder Depressionen.
Jeder vierte Betroffene hat Suizidgedanken
Der Studie zufolge fühlten sich viele Opfer vor allem verletzt (56 Prozent), 42 Prozent reagierten mit Wut und 38 Prozent gaben an, verängstigt zu sein. 17 Prozent der Kinder und Jugendlichen griffen aus Verzweiflung schon einmal zu Alkohol, Tabletten oder Drogen. Jeder vierte Betroffene habe Suizidgedanken geäußert.
Prävention und Aufklärung
Wichtige Gegenmaßnahmen sind laut Leest Prävention und Aufklärung. Präventiv tätige Schulen hätten deutlich weniger Cybermobbingfälle. Positive Effekte erhofften sich Eltern und Lehrende durch eine Altersgrenze bei der Nutzung sozialer Medien. 76 Prozent der befragten Eltern und 81 Prozent der Lehrenden sprachen sich dafür aus. Fast drei Viertel der Lehrerinnen und Lehrer sind für ein Smartphone-Verbot an ihrer Schule für Kinder und Jugendliche.
Verantwortung der Politik
Generell tritt das Bündnis für mehr Prävention ein, zum Beispiel durch eine verbesserte Lehrerfortbildung. Die Politik müsse ihrer Verantwortung mittels eines Cyber-Mobbinggesetzes nachkommen. In der Erhebung wurden von April bis Juli 716 Lehrerinnen und Lehrer, 1.113 Eltern und 4.525 Schülerinnen und Schüler bundesweit on-
line zu Mobbing und Cybermobbing befragt.
Quelle der Studie: Das Bündnis gegen Cybermobbing
hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, bei der Internetnutzung zu sensibilisieren und ihnen zu helfen, wenn sie Gefangene im Netz geworden sind. Wir klären gezielt über die Einflüsse, Risiken und Gefahren des Internets auf. Vor allem aber zeigen wir konkret auf, wie man sich vor Cybermobbing schützen und was man dagegen tun kann.
>>> zum Artikel: „Jeder fünfte Schüler ist Opfer von Cybermobbing“ (externer Inhalt)
>>> zur Studie: „Cyberlife VI – Cybermobbing bei Schülerinnen und Schülern“ (extern)
Urheberrechtshinweis
Alle Rechte an dem Artikel liegen aussschließlich bei dem AOK Gesamtverband.
Alle Rechte an der Studie liegen aussschließlich bei dem Bündnis gegen Cybermobbing.
Ergänzende Artikel und Informationen (alle Artikel intern auf kindheit-heute.info)
>>> Die App „Helmit“ schützt Kinder vor Pädophilen, Mobbbing und Belästigung (2026)
>>> Social Web: Jugendliche wollen Schutz statt Verbote (2026)
>>> Stopp Cybermobbing! – Ratgeber für pädagogische Fachkräfte und für Eltern (2025)
>>> Cyber-Mobbing: Hass ohne Ende (2025)
>>> Cybermobbing bei Kindern und Jugendlichen steigt weiter (2024)
>>> Immer mehr Kinder und Jugendliche von Cybermobbing betroffen (2022)
>>> Fast jeder fünfte Jugendliche von Cybermobbing betroffen (2022)
