In Werkstätten können Kinder eigenaktiv und bedeutungsoffen mit vielfältigen Materialien experimentieren. So erleben sie Selbstwirk
samkeit und machen ästhetische und naturwissenschaftliche Er-
fahrungen.
Auszug aus dem Artikel:
(Lern-) Werkstätten in KiTas und Grundschulen stehen zur Zeit hoch im Kurs. Aber wie müssen Werkstatträume aussehen? Welche Möbel und Materialien, welche Ordnung u. Begleitung braucht es, um Kinder entsprechend ihres Entwicklungsstandes zu fördern?
Das aktive und selbsttätige Kind im Mittelpunkt
Die reformpädagogischen Ansätze von John Dewey, Célestine Freinet, Maria Montessori oder Ellen Key stellten das aktive und selbsttätige Kind in den Mittelpunkt, das entscheidend durch die eigenen Erfahrungen lernt. Seit dieser Zeit beschäftigt sich die Pädagogin Marion Tielemann (s.u.) intensiv mit der Arbeit in Werkstätten. Sie hat auf zahlreichen Reisen viele gute Beispiele dafür gesammelt und dokumentiert. „Besondere Räume“, so die Autorin, „sind für Werkstätten nicht notwendig“, da der Begriff der Werkstatt sich hauptsächlich auf die Raumge-
staltung und das vorhandene Material beziehe.


Um einen Werkstattraum zum „Dritten Erzieher“ werden zu lassen, sei aber die Klärung z.B. folgender Fragen wesentlich:
- Wie entwickeln wir ein Ordnungssystem, das für die Kinder leicht verständlich ist?
- Wie schaffen wir eine geordnete, entspannte und freie Atmosphäre, damit die Kinder sich entfalten können?
- Sind die Materialien so ausgewählt und gestaltet, dass jedes Kind sein individuelles Erfolgserlebnis haben kann?
- Wie viele Kinder sollten gleichzeitig in einem Werkstattraum zur selben Zeit verschiedene Dinge tun können?
„Werkstätten sind nie starr, sondern auf Veränderbarkeit ausgerichtet.“
„Kinder brauchen mehr denn je diese Räume, in denen sie ausprobieren, experimentieren, forschen und zusammen mit anderen Kindern immer wieder neue Dinge erfinden können. Räume, in denen Pädagogen verlässliche Bezugspersonen sind, die ihnen weiterhelfen, wenn sie wollen – und nicht umgekehrt.“
Marion Tielemann, Autorin des Buchs. „Werkstatt(t)räume. 12 Projektbücher zur Werkstattarbeit“
Haltung der pädagogischen Fachkraft entscheidend
Neben der Gestaltung des Raumes weist Marion Tielemann der Haltung der pädagogischen Fachkraft eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Werkstattidee zu. „Die Pädagogin ist die Gastgeberin der Werkstatt. Sie
ist verantwortlich für eine gute vorbereitete Umgebung und für eine entspannte Atmosphäre, in der jedes Kind sich angenommen und wertgeschätzt fühlen kann. Es ist ihre Aufgabe, die momentane Situation eines Kindes wahrzunehmen und darauf zu reagieren und nicht zu agieren. Sie begleitet die Kinder in ihrer selbst gewählten Aktivität und lässt sie grundsätzlich nicht allein in ihrer Entwicklung. Sie ist ihre verlässliche Vertrauensperson und ihre Interaktions- und Dialogpartnerin.“
Mut und Lust, sich auf den Weg zur Einrichtung von Werkstatträumen zu machen
Die „Werkstatt(t)räume“ von Marion Tielemann machen Pädagogischen Fachkräften Mut u Lust, sich auf den Weg zur Einrichtung von Werkstatträumen zu machen oder auch vorhandene Konzeptionen z überdenken und weiter zu entwickeln. Sie sind eine Fundgrube zum Schmökern, Blättern u Genießen und stellen einmal mehr unter Beweis, dass ein Bild mehr als tausend Worte sagen kann.
Das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe)
wurde 2007 gegründet und wird maßgeblich vom Land Niedersachsen gefördert. Hauptziel des Instituts ist die Unterstützung d Professionalisierung des Elementarbereichs durch den wechselseitigen Transfer zwischen Praxis und Forschung.
>>> Zum Artikel. „Werkstattarbeit in der Kita“ (externer Inhalt)

Marion Tielemann
Werkstatt(t)räume für Kitas
12 Werkstattbilderbücher von Atelier bis ZaBu
ISBN 978-3-86892-114-4
480 Seiten, mit Banderole
in deutsch, spanisch und englisch
Quellen/Urheberrechtshinweis
Alle Rechte an dem Artikel sowie an dessen Auszug liegen ausschließlich bei dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung.
Alle Rechte an den 12 Werkstattbilderbüchern liegen ausschließlich bei der Autorin: Marion Tielemann sowie bei dem Verlag das Netz, Berlin.
Ergänzende Artikel und Informationen (alle Artikel intern auf kindheit-heute.info)
>>> Der junge Bürgerrat Bildung und Lernen fordert „lebensnahe Schulen“
>>> Berufsorientierung schon in der Grundschule
Ergänzende Artikel und Informationen (alle Artikel extern)
>>> Artikel von Marion Tielemann: „Werkstattarbeit in der Kita“
>>> Website der Kita „Werkstattkinder“ mit umfangreichem pädagogischem Konzept
