Wenn Kinder ihre Eltern schlagen - Ein Sohn schlägt seine Mutter
Symbolbild - KI-generiert

Wenn Kinder ihre Eltern schlagen

Körperliche Aggression gegenüber Eltern im Alter von 11 bis 24 Jahren: Prävalenzverlauf und Risiko- und Schutzfaktoren.

gekürzte Zusammenfassung:

Körperliche Aggression von Jugend zu Eltern

gehört zu den am meisten unterschätzten Formen der Familienaggression in der Allgemeinbevölkerung. Da
das Phänomen bislang kaum ergründet ist, haben sich Forscher der Universitäten Zürich und Basel in einer Langzeitstudie damit befasst. Die Studie hat Jugendliche und junge Erwachsene über mehrere Jahre beglei-
tet. Sie untersucht, wie sich dieses Verhalten entwickelt und welche Faktoren es beeinflussen. Ein Drittel der Jugendlichen hat mindestens einmal solche Aggression gezeigt. Das Verhalten steigt im Alter von 11 bis 13 Jahren an und nimmt danach bis zum jungen Erwachsenenalter wieder ab.

Risiken

Bestimmte Risiken wie Symptome von ADHS, strenge Erziehung und häufige Streitigkeiten zwischen den El-
tern erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche aggressiv werden. Umgekehrt helfen gute Fähigkei-
ten zur Konfliktlösung und eine unterstützende Familie, solche Aggressionen zu verringern. Die Studie em-
pfiehlt, Kinder im Umgang mit Konflikten zu stärken und ihnen ein positives Umfeld zu bieten, um Gewalt in Familien vorzubeugen.

Die Teilnehmer

Die Daten stammen 1522 Teilnehmern. Die Teilnehmer waren im Alter von 11, 13, 15, 17, 20 und 24 Jahren. Risiko- und Schutzfaktoren wurden im oder vor dem 11. Lebensjahr gemessen.

Quelle: European Child & Adolescent Psychiatry
ist eine von Experten begutachtete Zeitschrift, die sich der Förderung eines breiten Verständnisses der Psychopathologie bei Kindern und Jugendlichen widmet. Sie berichtet über empirische Forschung aus
der Neuropsychiatrie, der kognitiven Neurowissenschaften, der Genetik, der Neuroimaging und verwand-
ten Interessengebieten.

>>> zum Abstract der Studie
>>> zur Studie „Physical aggression toward parents from ages 11 to 24: prevalence trajectory and risk and protective factors“ (extern | PDF | 9 Seiten)

Urheberrechtshinweis
Alle Rechte
an dem Abstract als auch an der Studie liegen ausschließlich bei dem Autorenteam: Laura Bechti-ger, David Bürgin, Gregor Ferolla Vasconcelos, Denis Ribeaud, Manuel Eisner & Lilly Shanahan. Weiterhin liegen Rechte bei dem Fachmagazin European Child & Adolescent Psychiatry der Verlags-
gruppe Springer Natur.

Ergänzende Artikel und Informationen (alle Artikel intern auf kindheit-heute.info)
>>> Gewalt in NRW-Kitas gestiegen
>>> Immer mehr Gewalt gegen Lehrkräfte
>>> Kriminalstatistik 2023: Über 42.600 Kinder und Jugendliche als Täter von Gewalttaten ermittelt
>>> Warum wir kriminelle Jugendliche nicht alleinlassen dürfen
>>> Gewalt an Schulen: Wenn Lehrer zur Zielscheibe werden

Diesen Beitrag teilen: