Was es bedeutet, wenn bei einem Kind eine Krebserkrankung fest-
gestellt wird, und wo betroffene Familien und deren Angehörige Unterstützung und Hilfe finden können.
Auszüge aus den Artikeln und Erläuterungen:
Was genau bedeutet diese Diagnose? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es und wie läuft eine Therapie ab? Wie sind die Aussichten auf Heilung und welche Spätfolgen können Erkrankung und Therapie mit sich bringen? Was kommt auf Familien zu? Welche Hilfen gibt es für sie?
Krebs ist nicht gleich Krebs
Es existieren unterschiedliche Arten von Krebserkrankungen, die sich bezüglich ihrer Lage, ihres Ursprungs, ih-
res zellulären Aufbaus und ihrer Stoffwechseleigenschaften unterscheiden. In Abhängigkeit davon, von welcher Zellart eine Zelle entartet und wo die Krebserkrankung ihren Ursprung hat, kann es zu unterschiedlichen Symp-
tomen kommen. Manchmal treten zunächst nur Allgemeinsymptome auf, die darauf hindeuten, dass der Körper gerade all seine Abwehrmechanismen gegen eine ernstzunehmende Erkrankung aktiviert.
Allgemeinsymptome wie Fieber, vorübergehende Blässe, mangelnder Appetit und Gewichtsabnahme können selbstverständlich auch im Zusammenhang mit vergleichsweise harmlosen Erkrankungen auftreten und sind in den seltensten Fällen Anlass zur Sorge. Bestehen sie jedoch länger fort, ohne dass es eine zufriedenstellende Erklärung für d Beschwerden gibt, so sollte eine weitere Abklärung erfolgen. Erster Ansprechpartner ist hier der Kinderarzt oder die Kinderärztin, der oder die das Kind und dessen Entwicklung bereits durch die Vorsorgeunter-
suchungen kennt.
Diagnoseerstellung
Die Diagnose „Mandelentzündung“ ist eine, für die meistens ein einziger Blick in den Hals genügt. Eine Zucker-
krankheit lässt sich durch Messen des Zuckergehaltes im Blut recht schnell erkennen. Im Falle einer Krebser-
krankung ist der Weg zur Diagnosestellung aufwändiger, komplexer und für die Patienten und ihre Angehörigen nervenaufreibender.
Hier erfahren Sie, wie Krebs bei Kindern und Jugendlichen festgestellt wird. Sollte bei Ihrem Kind tatsächlich Krebs diagnostiziert worden sein, dann kann es hilfreich sein, gut über die Erkrankung, Therapien und vor allem auch Hilfsangebote informiert zu sein. >>> All diese Informationen erhalten Sie bei uns.
Wie geht der Kinderarzt vor?
Erster Ansprechpartner ist der behandelnde Kinderarzt / die Kinderärztin. Er/sie kennt das Kind und dessen Ent-
wicklung bereits durch d Vorsorgeuntersuchungen. Der erste Schritt, um Beschwerden auf den Grund zu gehen, liegt in der sorgfältigen Befragung der Eltern und – soweit dies möglich ist – natürlich des Kindes. Ergänzt wird diese sogenannte Anamneseerhebung durch eine gründliche körperliche Inspektion und Untersuchung.
Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen schreiten häufig rasch fort. Sie können Allgemeinsymptome sowie Symptome, die auf das örtliche Tumorwachstum zurückzuführen sind, verursachen. Manchmal fallen im Rahmen der körperlichen Untersuchung bereits geschwollene Lymphknoten auf oder es findet sich ein tastbarer Tumor im Bereich der Knochen oder ein im Ultraschall sichtbarer Tumor im Bauchraum.
Im Falle einer Blutkrebserkrankung wie der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) können Beschwerden wie Knochenschmerzen oder die Neigung, selbst bei kleinsten Verletzungen stark zu bluten oder unterschiedliche Formen von „blauen Flecken“ zu entwickeln, diagnostisch wegweisende Symptome sein.
Was geschieht in den Kliniken, die auf Krebserkrankungen bei Kindern spezialisiert sind?
Für eine exakte Diagnosestellung sind meistens viele unterschiedliche Untersuchungen notwendig. Sogenannte bildgebende Diagnoseverfahren wie die die Magnetresonanztomographie (MRT) und die Computertomographie (CT) können Aussagen über die Ausdehnung des Tumors und das Stadium einer Krebserkrankung liefern. Spezi-
elle Laboruntersuchungen der Tumorzellen bzw. des Tumorgewebes, das im Rahmen einer Operation oder einer Probeentnahme gewonnen wird, dienen der exakten Bestimmung der Tumorart und spielen eine wichtige Rolle bei der Therapieplanung.
Bei Kindern werden CT- und MRT-Untersuchungen sowie andere diagnostische und therapeutische Maßnahmen oft in einer leichten Narkose und unter anästhesiologischer Überwachung durchgeführt. Dies ist oft notwendig, um aussagekräftige Untersuchungsergebnisse zu erhalten, aber auch, um den Kindern unangenehme oder schmerzhafte Maßnahmen nicht wach zumuten zu müssen (kleinere Kinder empfinden die Untersuchungen un-
ter Umständen als beängstigend und können nicht still liegen). Nicht umsonst bekommen die Kinder im Laufe ihrer Krebserkrankung eine beachtliche Mutperlenkette zusammen.
Wie läuft eine Krebstherapie ab?
In der Behandlung von Krebserkrankungen kommen Chemotherapie, Strahlentherapie und Operation oder eine Kombination dieser Behandlungsmethoden zum Einsatz. Ob eine Operation infrage kommt, eine Bestrahlung angezeigt ist und welche Medikamente im Rahmen der Chemotherapie verabreicht werden, ist von Erkrankung zu Erkrankung unterschiedlich.
Auch die Dauer der intensiven Therapiephasen und der Krankenhausaufenthalte kann sich je nach Erkrankung und dem individuellen Verlauf stark unterscheiden. Die gesamte Therapie einer akuten lymphatischen Leukämie beispielsweise dauert im Regelfall zwei Jahre. Eine Behandlung einer Krebserkrankung kann aber auch über vie-
le Jahre andauern, wenn die Erkrankung nicht heilbar ist oder immer wiederkehrt.
Forschung, die Mut macht
Die Forschung und d damit einhergehenden kontinuierlichen Verbesserungen der Therapien machen Hoffnung und lassen es zu, dass Betroffene zuversichtlich in die Zukunft blicken können. Denn: Heutzutage können rund 85 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die eine Krebsdiagnose erhalten, geheilt werden.
Die Deutsche Kinderkrebsstiftung fördert klinische Forschungsprojekte und Therapiestudien, um die Situation krebskranker Kinder und Jugendlicher weiter zu verbessern.
Quelle: Die Deutsche Kinderkrebsstiftung
Trotz medizinischer Fortschritte ist eine Krebserkrankung bei Kindern und Jugendlichen noch nicht in jedem Fall heilbar. Zwei von zehn Erkrankten sterben an Krebs. Die Deutsche Kinderkrebsstiftung steht
den Betroffenen und ihren Familien zur Seite. Von der Diagnose an, durch die Therapie hindurch und weit darüber hinaus. Mit Information, Beratung und Hilfe in finanziellen Notlagen. Sie finanziert zudem For-
schungsprojekte zur Verbesserung der Heilungschancen und Behandlungsmethoden krebskranker Kin-
der und Jugendlicher. Damit diese eine hoffnungsvolle und lebenswerte Zukunft haben.
>>> zur Website der Deutschen Kinderkrebsstiftung (alle folgenden Inhalte erreichen Sie extern)
>>> Geprüfte Informationen zu Krebs im Kindes- und Jugendalter
>>> Videoreihe: Krebs bei Kindern klargemacht
>>> Kostenlose Informationen zu Krebs bei Kindern und Jugendlichen
>>> zur Partnerwebsite: „www.kinderkrebsinfo.de“
Urheberrechtshinweis
Alle Rechte an den Artikelausszügen liegen ausschließlich bei der Deutschen Kinderkrebsstiftung, Bonn.
Ergänzende Artikel und Informationen (externe Inhalte)
>>> „Glücklicherweise heilen wir mehr, als wir verlieren“
>>> Kinderstube für neue Krebstherapien
>>> Krebs im Kinder- und Jugendalter
>>> Hier erzählen krebskranke Kinder und Jugendliche ihre ganz persönlichen Geschichten
Ergänzende Artikel und Informationen (alle Artikel intern auf kindheit-heute.info)
>>> Krebs bei Kindern: „Wir müssen etwas ganz Neues machen“
>>> Krebs bei Kindern hat wenig mit der Erkrankung bei Erwachsenen gemein
>>> Außergewöhnliche Kinderbücher über Herzfehler, Krebs, Allergien und Herzinfarkt
