Digitale Mediennutzung bei Kindern & Jugendlichen: Auswirkungen auf psychische Gesundheit & Bildung- 5 Kinder spielen mit ihren Spielkonsolen
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Digitale Mediennutzung bei Kindern & Jugendlichen: Auswirkungen auf psychische Gesundheit & Bildung

Zwischen Chancen und Risiken: Wie Bildschirmzeit, Social Media und digitale Lernumgebungen Wohlbefinden und schulische Leis-
tungen prägen.

Auzug aus dem Artikel vom 13. April 2026

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird es für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Ent-wicklung in Deutschland immer wichtiger, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland die bestmögliche Bil-
dung erhalten, um sich später erfolgreich am Arbeitsmarkt positionieren zu können.

Psychische Belastungen und Rückgang der durchschnittlichen Kompetenzen

Psychische Belastungen während der Schulzeit stellen hierbei einen bislang zu wenig beachteten Risikofak-
tor dar. Im Laufe der Corona-Pandemie haben diese Belastungen deutlich zugenommen und in verschiede-
nen Bereichen bislang noch nicht wieder das Niveau vor der Pandemie erreicht, sodass ein erheblicher Anteil von Kindern und Jugendlichen gegenwärtig psychisch belastet ist. Parallel dazu ist ein deutlicher Rückgang
der durchschnittlichen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen zu beobachten. Diese Entwicklung zeigt sich sowohl in der PISA-Studie als auch in den IQB-Studien.

Verändertes Freizeitverhalten

Darüber hinaus hat sich das Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren spür-
bar verändert. Basierend auf verschiedenen Befragungen kann gezeigt werden, dass insbesondere die Zeit, die für digitale Spiele, für die Nutzung des Internets oder sozialer Medien verwendet wird, deutlich angestiegen ist. Im Gegenzug steht weniger Zeit für schulische Aufgaben, persönliche Treffen mit Freunden, das Lesen oder für spielerische Aktivitäten zur Verfügung. 

Es können jedoch weitgehend keine eindeutigen Kausalitäten bestimmt werden

Auf der Basis einer Literaturanalyse sowie eigener Auswertungen des PISA-Datensatzes wird untersucht, in wieweit ein Zusammenhang zwischen der zunehmenden Nutzung sozialer Medien durch Kinder und Jugend-liche einerseits und dem Anstieg psychischer Belastungen sowie abnehmender Bildungskompetenzen ande-
rerseits besteht. Dabei muss zunächst festgehalten werden, dass viele der betrachteten Studien zwar statis-tische Zusammenhänge zwischen diesen Entwicklungen zeigen können. Es können jedoch weitgehend keine eindeutigen Kausalitäten bestimmt werden. Hier ist weiterer Forschungsbedarf vorhanden. 

Umfang der Nutzung und Grenzen der Mediennutzung

Zunächst kann bereits der zeitliche Umfang der Nutzung sozialer Medien negative Auswirkungen auf die Kin-
der und Jugendlichen haben. Ein Teil von ihnen verwendet so hohe zeitliche Ressourcen für entsprechende Angebote, dass von einem suchtähnlichen Nutzungsverhalten gesprochen werden kann. Die Entwicklung ei-
ner übermäßigen und mitunter gesundheitsschädlichen Mediennutzung wird dabei auch auf die Ausgestal-
tung der digitalen Apps und Spiele zurückgeführt. Diese enthalten teilweise Elemente, die die Nutzerinnen
und Nutzer zu einer möglichst langen Verweildauer animieren sollen. Insbesondere Kinder und Jugendliche
sind häufig noch nicht dazu in d Lage, diese Mechanismen zu durchschauen. In der Folge haben sie Schwie-rigkeiten mit der Selbstregulation. Oftmals möchten sie den Konsum digitaler Spiele und sozialer Medien einschränken, es gelingt ihnen aber nicht. Vielfach setzen auch die Eltern ihren Kindern kaum Grenzen beim Umfang der Mediennutzung.

Auswirkungen auf ihre mentale Gesundheit

Neben einer langen Nutzungsdauer können auch die Inhalte, mit denen Kinder und Jugendliche in den sozia-
len Medien konfrontiert werden, sowie die veränderten digitalen Interaktionsformen negative Auswirkungen
auf ihre mentale Gesundheit haben. Zwar werden soziale Medien auch mit positiven Effekten wie einer stär-keren sozialen Teilhabe in Verbindung gebracht; doch viele Studien weisen auf potenzielle Risiken hin. Viele Kinder und Jugendliche stoßen bei einer unkontrollierten Nutzung digitaler Medien auf altersunangemesse-
ne Inhalte, die sie häufig noch nicht adäquat einordnen oder kritisch bewerten können. Solche Inhalte kön-
nen Ängste auslösen oder als belastend u unangenehm empfunden werden. Darüber hinaus können Kinder
und Jugendlichen ebenfalls mit unfreundlichen oder beleidigenden Nachrichten oder Kommentaren konfron-
tiert sein.

Negativen Erfahrungen mit digitalen Medien

können eine große Herausforderung für die Nutzung digitaler Medien von Kindern und Jugendlichen Kinder
und Jugendliche darstellen und mit verschiedenen psychischen Belastungen verbunden werden. Verschiede-
ne Studien legen dar, dass eine hohe Nutzung der sozialen Medien mit digitalem Stress, Einsamkeitsgefühlen, Aufmerksamkeitsdefiziten, Schlafproblemen, Angstzuständen oder depressiven Symptomen verbunden sein kann. Eine eindeutige kausale Beziehung lässt sich jedoch in den vorliegenden Studien häufig nicht zeigen. Ergänzend zeigen weitere Untersuchungen, dass eine Reduktion der Nutzungsdauer von sozialen Medien zu einer Verbesserung des Wohlbefindens führen kann.

Quelle: Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
ist ein arbeitgebernahes Wirtschafts­forschungs­institut, das von Verbänden und Unternehmen der Wirt-
schaft finanziert wird. Das IW erarbeitet Analysen und Stellungnahmen zu Fragen der Wirtschafts- und Sozialpolitik, des Bildungs- und Ausbildungssystems sowie der gesellschaftlichen Entwicklung. Das In-
stitut vertritt wirtschaftsliberale Positionen und ist Mutterorganisation der Lobbyorganisation Initiative
Neue Soziale Marktwirtschaft.

>>> zum Artikel: „Nutzung digitaler Medien von Kindern und Jugendlichen“ (externer Inhalt)
>>> zurm Gutachten „Nutzung digitaler Medien von Kindern und Jugendlichen“ (PDF, 55 Seiten, extern)

Urheberrechtshinweis
Alle Rechte
an dem Artikel als auch die Rechte an dem Gutachten liegen ausschließlich bei bei dem Autorenteam Dr. Christina Anger, Julia Betz und Prof. Dr. Axel Plünnecke. Weiterhin liegen die Rechte bei der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft; eine Initiativde des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

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