Auf TikTok und Instagram wird unter Hashtags wie #SkinnyTok extreme Schlankheit als gefährlicher Körperkult zelebriert – ein Trend, der seit Jahren die sozialen Medien prägt und hier Kinder und Jugendliche erreicht.
Auszug aus dem Artikel:
Was ist #SkinnyTok?
Der Begriff #SkinnyTok setzt sich aus „skinny“ (englisch für „dünn“) und „Tok“ (von TikTok) zusammen. Un-
ter diesem Hashtag verbreiten sich Inhalte, die ein verzerrtes Schönheitsideal zeigen: einen extrem dünnen Körper mit sichtbaren Knochen an Schlüsselbein, Hüfte oder Rippen. In diesem Zusammenhang kursieren immer wieder auch spezielle Körpertrends, die eine vermeintlich erstrebenswerte Ästhetik verherrlichen.
Aktuell sind sogenannte „legging legs“ (englisch für „Leggings Beine“), wo es darum geht, so dünne Beine
zu haben, dass Leggings perfekt anliegen und keine Falten werfen – während andere Personen mit dicke-
ren Beinen abgewertet werden. Schon seit Jahren bekannt ist das Ideal des „thigh gap“ (englisch für „Ober-
schenkellücke“), das eine gut sichtbare, durchgehende Lücke zwischen d Oberschenkeln beschreibt, wenn
eine Person mit geschlossenen Beinen steht.
Auch typisch für #SkinnyTok sind Videos, in denen sehr schlanke Frauen zeigen, was sie an einem Tag es-
sen – oft ist das kaum mehr als ein Joghurt mit Beeren und ein paar Gemüsesticks am Abend.
Begleitet werden solche Clips häufig von abwertenden Aussagen wie:
„Du kannst nicht erwarten, auszusehen wie eine Elfe, wenn du isst wie ein Oger. Du isst
wie eine Elfe, du siehst aus wie eine Elfe. Du isst wie ein Oger, du siehst aus wie ein Oger.“
Warum der Trend gefährlich ist
Solche Botschaften üben großen Druck auf junge Menschen aus, diesen oft unerreichbaren Idealen zu ent-
sprechen. Kindern und Jugendlichen fällt es besonders schwer, genügend Abstand zu solchen Social-Media-Trends zu halten. Sie befinden sich mitten in einer Phase, in der sie auf der Suche nach Vorbildern sind und ihren eigenen Körper erst kennenlernen. Wenn ihnen auf Plattformen wie TikTok oder Instagram ständig ex-
trem schlanke Körper als Ideal präsentiert werden, beginnen viele, sich mit diesen Bildern zu vergleichen.
Die Folge: Sie empfinden ihren eigenen Körper oft als „nicht gut genug“
Sie versuchen, durch exzessiven Sport oder Diäten eine Figur zu erreichen, die für sie nicht gesund ist. Nicht selten entwickeln junge Menschen dadurch ein gestörtes Essverhalten, rutschen in Essstörungen oder käm-
pfen mit Depressionen und starken Selbstzweifeln. Der Wunsch, „dazuzugehören“ und dem inszenierten
Ideal zu entsprechen, kann so zu einer ernsthaften psychischen Belastung werden.
Auch körperlich können Körpertrends gesundheitliche Folgen haben: Ungesunde Diäten oder sogar essge-
störtes Verhalten werden als normal und erstrebenswert dargestellt. Häufig werden zudem ganze Lebens-mittelgruppen – vor allem Fette und Öle – verteufelt. Dabei sind gesunde, ungesättigte Fettsäuren ein zen-
traler Baustein für die körperliche und geistige Entwicklung v. Kindern und Jugendlichen. Wenn Kinder und Jugendliche extremen Abnehm-Trends folgen, kann das langfristig zu Mangelernährung und schweren ge-
sundheitlichen Problemen führen.
#SkinnyTok auf TikTok eingeschränkt, aber …
Während auf Instagram noch alle Inhalte ohne Einschränkungen abrufbar sind, hat TikTok auf Druck der EU
viele Videos rund um den Hashtag #SkinnyTok gesperrt. Doch d Maßnahme greift nur begrenzt: Schon kleine Änderungen in der Schreibweise (bspw. #Sk1nnyTok) reichen aus, damit solche Videos weiterhin auftauchen.
Was Eltern tun können
>>> weiter >>> (externer Inhalt – ab der Mitte der Seite)
„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“
ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF sowie der AOK – Die Gesundheitskasse.
Urheberrechtshinweis
Alle Rechte an dem Artikel liegen ausschließlich bei dem Projektbüro SCHAU HIN!, Berlin.
Ergänzende Artikel und Informationen (alle Artikel intern auf kindheit-heute.info)
>>> »Pro-Ana« und »Pro-Mia« – gefährliche Abnehm-Foren für Mädchen
>>> Krankenkassen-Studie: Zahl der 12- bis 17-jährigen Mädchen mit Essstörungen nehmen massiv zu
>>> Immer mehr Mädchen leiden unter Schönheitsdruck
>>> Social Media beeinflusst das Wohlbefinden von Mädchen
>>> Neuer TikTok-Filter löst Hype aus und setzt junge Menschen unter Druck
Ergänzende Artikel und Informationen (alle Informationen extern)
>>> ARD- Videoreportage: „SKINNYTOK: Wenn die Angst vorm Dicksein Trend wird“
>>> Deutlich mehr Schülerinnen wegen Essstörung im Krankenhaus – schon Zehnjährige
