Der Titel könnte auch lauten „Wie man über Sexting reden kann“, „Wie man über sexualisierte Werbung reden kann“ oder ganz allgemein „Wie man mit Kindern über Sexualität reden kann“.
Auszug aus dem Artikel:
Gemeinsam haben alle Titel, dass Eltern sich bei den Themen schnell überfordert fühlen. Gute Nachrichten:
Es geht allen Eltern so und i dem Thema steckt eine große Chance. Wenn Eltern vorbereitet sind, können sie ihren Kindern positive Impulse mitgeben und in eine vertrauensvolle Beziehung investieren.
Einflussfaktoren: Alter, Familienklima, Scham
Jüngere Kinder reagieren auf Fragen rund um die Geburt oder Geschlechtsorgane sozial unangepasst, sind impulsiv und von Neugier geleitet. Sie stellen ihre Fragen unmittelbar, weil sie etwas aufgeschnappt haben
oder gerade ihren Körper entdecken. Ein weiterer Faktor ist d Austesten von Grenzen: Kinder im Grundschul-alter wollen Eltern gerne mal mit sexuellen Themen provozieren.
Zu groß ist ihre Angst – und fragil ist noch ihr eigenes Selbstbewusstsein
Je stärker aber Kinder in der Pubertät stecken, umso unwahrscheinlicher werden sie das Gespräch mit den Eltern suchen. Das hat zwei Gründe: Zu groß ist ihre Angst, dass sich eine komplizierte Situation mit der el-
terlichen Intervention noch mehr verkompliziert. Und zu fragil ist noch ihr eigenes Selbstbewusstsein, um
sich mit solchen Fragen vor den Eltern preiszugeben, während sie sich eigentlich von den Eltern abnabeln möchten.
Auch das Familienklima kann stark beeinflussen
Auch das Familienklima kann stark beeinflussen, wie schnell sich Kinder ihren Eltern anvertrauen oder sich zurückziehen. Wird viel gestritten und ein allgemeines Misstrauen herrscht gegenüber den Eltern? Schwer vorzustellen, d. sich Kinder hilfesuchend an ihre Eltern wenden. Ein aufgezwungenes Aufklärungsgespräch richtet in diesem Fall mehr Schaden an und führt die Kinder in den Widerstand.
Scham oder der Wunsch der Eltern
Ein weiterer Faktor ist die Scham oder der Wunsch der Eltern, die sexuelle Entwicklung ihrer Kinder nicht wahrzunehmen. Diese Scham kann den Umgang mit dem Thema extrem hemmen. Viele Eltern, die das
Thema gerne ausklammern, sind froh darüber, dass jemand von außen das Thema angeht – durch den Aufklärungsunterricht in Schulen und Beratungsangebote.
Kindgerecht aufs Leben vorbereiten
Dennoch sind Eltern maßgeblich dafür verantwortlich, wenn es darum geht, ihre Kinder mit Informationen
zur Sexualität zu versorgen. Das kann ungewollt passieren, wenn z. B. durch Tabuisierung oder Skandali-
sierung signalisiert wird, dass das Thema besonders heikel ist. So wird nur vermittelt, dass Sexualität was „Schlechtes“ ist. Eltern können aber auch das sexuelle Heranreifen ihrer Kinder positiv mitgestalten, indem
sie es kindgerecht aufs Leben vorbereiten und situativ auf die Fragen ihrer Kinder eingehen.
Wie das aussieht, darüber haben wir eine Reihe von Tipps zusammengestellt, die je nach Alter des Kindes wichtig sind:
Zu den 10 umfangreichen Tipps auf der Website des MedienFokus BW:
>>> Tipp 1: Vorbereitet sein
>>> Tipp 2: Entspannt bleiben
>>> Tipp 3: Zuhören und Interesse zeigen
>>> Tipp 4: Nicht ausfragen
>>> Tipp 5: Kurze Antworten
>>> Tipp 6: Keine ungewollten Aufklärungsgespräche
>>> Tipp 7: Nicht moralisieren
>>> Tipp 8: Nicht ironisieren, nicht bloßstellen
>>> Tipp 9: Digitale Medien sind nicht alles
>>> Tipp 10: Arbeiten Sie am Familienklima
>>> Doch über was reden Sie konkret?
>>> Weitere Links zum Bereich Sexualpädagogik
Quelle: Initiative MedienFokus BW
Als zentrale landesweite Initiative zur Medienkompetenzförderung steht MedienFokus BW unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann für eine starke Allianz mit pädagogi-
schen Institutionen und medienpolitischen Akteuren. Ziel ist es, die Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Land in allen Altersstufen zu stärken und gemeinsam die Weichen
für eine gut informierte und medienkompetente Gesellschaft zu stellen.
Urheberrechtshinweis
Alle Rechte an dem Auszug des Artikels liegen ausschließlich bei dem Autor Christian Reinhold als auch bei dem MedienFokus BW – eine Initiative der baden-württembergischen Landesregierung.
Ergänzende Artikel und Informationen (alle Artikel intern auf kindheit-heute.info)
>>> Kinder sehen Pornos … und richten zunehmend ihre eigene Sexualität daran aus
>>> Erfahrungen mit Pornografie und Sexting-Verhalten von Minderjährigen
>>> Problematische TikTok-Videos: „Schatz, willst du an meiner Muschel lecken?“
>>> Pornografie-Konsum und Neigung zu sexueller Gewalt bei Jugendlichen
