Erster Sex immer später - Zwei Jugendliche küssen sich vorsichtig
Symbolbild | Erstellt mit der Unterstützung einer Bild-KI

Erste sexuelle Erfahrungen: Jugendliche warten länger und verhüten sicher

Die Jugendsexualitätsstudie 2025 zeigt, dass Jugendliche immer später sexuell aktiv werden und dabei sicher verhüten.

Auszüge aus der Pressemitteilung:

Der erste Sex findet geplant und in Partnerschaft statt

Während junge Menschen bei der letzten Erhebung 2019 bereits mit 17 Jahren mehrheitlich sexuell aktiv waren, zeigt die aktuelle Befragung, dass sie sich inzwischen mehr Zeit lassen. Heute haben die meisten mit 19 Jahren ihr erstes Mal erlebt. Auch beim ersten Kuss lassen sich die Befragten mehr Zeit. Meist haben junge Menschen ihren ersten Sex in einer festen Beziehung und verhüten sicher und zuverlässig. In knapp neun von zehn Bezie-
hungen sprechen junge Menschen selbstverständlich über Verhütung. Ein Großteil (67 %) thematisiert auch den Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen.

„Die Ergebnisse zeigen deutlich: Junge Menschen lassen sich heute generell mehr Zeit
und treffen bewusste Entscheidungen, wenn es um Sexualität geht. Sie warten auf den
für sie richtigen Moment, sprechen offen über Verhütung und schützen sich zuverlässig.
Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis kontinuierlicher und faktenbasierter Aufklärung
in der Schule, im Elternhaus, in Beratungsstellen, in ärztlichen Praxen und durch unsere Angebote.

Mechthild Paul, Abteilungsleiterin Sexualaufklärung, Verhütung, Familienplanung

Die Ergebnisse im Überblick

Beim ersten Sex ist die Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit dem Partner bzw. der Partnerin in einer festen Beziehung oder gut bekannt. Der erste Sex findet für d Befragten mehrheitlich „gerade zum rich-
tigen Zeitpunkt“ statt (2025: 65 %, 2019: 65 %).

Der erste Sex verschiebt sich weiter nach hinten

Aktuell haben 18 Prozent der 14-17-Jährigen ihren ersten Sex erlebt, im Gegensatz zu 28 Prozent in 2019. Ins-
besondere bei Jugendlichen im Alter von 17 bis 20 ist ein deutlicher Rückgang des Anteils derjenigen zu ver-zeichnen, die Erfahrungen mit Sex gemacht haben. So haben 2019 61 % der 17-Jährigen Sex gehabt, 2025 sind es 40 Prozent.

Auch das Küssen erfolgt später

2019 gaben noch 53 Prozent der 14-Jährigen an, Erfahrungen mit Küssen gemacht zu haben. 2025 ist dieser Anteil deutlich auf 33 % gesunken. Unter den 15-Jährigen hat rund die Hälfte (51 %) den ersten Kuss erlebt (2019: 70 %). Mit zunehmendem Alter verringern sich die Abweichungen zu 2019. Dennoch liegen die aktuellen Werte in sämtlichen Altersjahren zwischen zwei und 20 Prozentpunkten unter den Vergleichswerten von 2019.

„Der Richtige“ bzw. „die Richtige“ fehlt

Unter den Jugendlichen, die noch keine sexuellen Kontakte hatten, gibt die Hälfte an, dass bislang die passende Partnerin bzw. der passende Partner gefehlt habe (51 %). 37 Prozent halten sich für „zu schüchtern“ und 41 % für „zu jung“.

Sicheres und zuverlässiges Verhütungsverhalten

Aktuell geben lediglich sechs Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen an, beim ersten Sex nicht ver-
hütet zu haben (4 % der weiblichen Befragten, 8 % der männlichen Befragten).

Die Bedeutung von Pille und Kondom

Beim ersten Sex greifen Jugendliche (76 %) überwiegend zum Kondom (2019: 77 %). Die Pille wird deutlich sel-
tener verwendet (2025: 34 %, 2019: 30 %). Mit zunehmender sexueller Erfahrung gewinnt aber d Pille an Bedeu-
tung. 50 Prozent der mehrfach sexuell erfahrenen Jugendlichen (2019: 53 %) und 48 % der jungen Erwachse-
nen (2019: 59 %) verwenden sie aktuell. Die Spirale nutzen aktuell sechs Prozent der Befragten.

Der Schulunterricht ist nach wie vor die wichtigste Quelle der Sexualaufklärung für Jugendliche

78 Prozent der Jugendlichen geben an, in der Schule Wissen über Sexualität und Verhütung erhalten zu haben (2019: 69 %). Als Ansprechpersonen gewinnen Lehrkräfte (2025: 45 %, 2019: 36 %) sowie Eltern (2025: 64 %, 2019: 56 %) weiter an Bedeutung, anders als Gleichaltrige (2025: 54 %, 2019: 65 %).

Das Internet hat in der Sexualaufklärung leicht an Bedeutung verloren

53 Prozent der Jugendlichen nutzen das Internet als Informationsquelle bei Fragen rund um Verhütung und Sexualität (2019: 59 %), wobei Suchmaschinen a häufigsten zum Einsatz kommen (66 %). Aufklärungs- und Beratungsseiten spielen besonders für Mädchen eine Rolle (39 %, Jungen: 25 %). Bei Sozialen Medien nen-
nen 40 Prozent YouTube, 24 Prozent TikTok und 23 Prozent Instagram. Junge Menschen bewerten Aufklä-
rungs- und Beratungsseiten (85 %) als besonders vertrauenswürdig. Weniger Vertrauen besteht gegenüber
KI-generierten Inhalten (48 %) sowie Sozialen Medien (YouTube: 41 %, Instagram: 27 %, TikTok: 20 %).

Quelle: Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit,
ehemals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, BZgA) führt regelmäßig die repräsentative Wiederholungsbefragung „Jugendsexualität“ durch. Datengrundlage sind 5.855 bundesweit geführte Interviews. Befragt wurden 3.514 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren und 2.341 junge Erwach-
sene im Alter von 18 bis 25 Jahren.

>>> zum Infoblatt: „Jugendsexualitätsstudie – 10. Welle“ | PDF, 8 Seiten, externer Inhalt

Urheberrechtshinweis
Alle Rechte
an der Pressmitteilung an an deren Auszügen liegen ausschließlich bei Mechthild Paul, Abteilungsleiterin Sexualaufklärung sowie beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Köln.

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